MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heiko Rohkohl
"Den Tieren muss es gut gehen"
Schäferei
Grafskeller 12
06577 Oberheldrungen
Fon: 034637 / 91149
Heiko Robkohl hat ein Herz für Tiere. Schon als Kind träumt er von einem Leben mit Schafen und Ziegen. Ruhe und Gelassenheit, unabdingbar im Umgang mit Tieren, sind seine Stärken. Nachdem er 1983 die 10. Klasse abgeschlossen hat, absolviert er die Lehre zum Schäfer in der LPG „Freundschaft“ seines Geburtsortes Oberheldrungen und ist dort in diesem Beruf tätig. 1990 wird er noch zu den Grenztruppen der DDR eingezogen, doch bereits ein Jahr später durch die Wiedervereinigung entlassen. Er kehrt zurück zur LPG, aber die befindet sich bereits in Umwandlung zu einer Agrargenossenschaft GmbH. Für ihn ist dort kein Betätigungsfeld mehr. Er will jedoch als Schäfer weiter tätig sein und nutzt eine Möglichkeit, sich eigene Schafe anzuschaffen. Im Mai 1992 macht er sich mit der Schäferei selbständig. Seitdem ziehen er und seine Ehefrau mit der Herde von Oberheldrungen über Hauterode, Braunsroda bis Oldisleben und zurück über den Schmücke- Kamm. Vorwiegend Streuobstwiesen und trockene Rasenflächen pflegen sie mit den Schafen - für die Landschaftspflege von unschätzbarem Wert. „Im Winter konzentrieren wir unsere Arbeit auf die Lammfleisch ¬Produktion sowie auf die besondere Pflege der Muttertiere", erklärt der Schäfer. „Wir sind 365 Tage im Jahr im Einsatz. Urlaub gibt es nicht." Bleiben die Abende, die die Eheleute miteinander verbringen. Heiko Robkohl achtet besonders auf die Pflege und das Wohlbefinden der Schafe. Mit einem Bestand von 420 Tieren ist die Schäferei voll ausgelastet. Diesen guten Bestand der Herde will der Unternehmer beibehalten. Finanziert wird das Einzelunternehmen aus EU- Mitteln sowie durch das Kultur- Landschaftspflegeprogramm des Landes Thüringen. Natürlich muss das Ehepaar den 1992 aufgenommenen Kredit noch abzahlen. Doch: „Wir stehen wirtschaftlich auf gesunden Füßen." Der Schäfer bedauert, dass laut EU- Verordnung die Schafwolle nur als Abfall gehandelt werden darf. Immer wieder mal hat er deshalb Ärger mit den Behörden. Er ist stolz „auf Familie und Schäferei" und glücklich, „wenn in der Familie und in der Herde alle gesund sind." Heiko Robkohl liebt seinen Beruf. Mit der Schäferei hat er sich seinen Traum erfüllt. Deshalb ist er besonders seiner Ehefrau dankbar, „die, ebenso wie ich, mit dem geführten Leben, fast immer an der frischen Luft, sehr zufrieden ist." Neben der Ehefrau unterstützen ihn auch die beiden Kinder, die Tochter Krankenschwester, der Sohn Landwirt. Der 47-jährige möchte sich bis ans Lebensende um seine Schafe kümmern dürfen und mit der Frau gesund alt werden.