MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Roder
Wer Liebe sät, wird Liebe ernten
Dipolm-Wirtschafter
Goethestraße 22A 01109 Dresden
Der heute 86-jährige Senior wollte in seinem Leben immer dem Gemeinwohl dienen und engagierte sich entsprechend. Lange Zeit betreute er die pflegebedürftige Ehefrau und gab ihr alle Liebe zurück. Leider ist sie vor kurzem ihrer Krankheit erlegen.
1924 in Dresden geboren, lebte Wolfgang Roder zuerst in Pieschen, ab 1938 in Striesen, beides Ortsteile von Dresden. Bei einem Fliegerangriff wurde die Familie ausgebombt und musste neu anfangen. Auch der Schulbesuch des Jungen wurde vom Krieg betroffen, so dass er ein Notabitur ablegte. Trotz des Krieges versuchte er normal zu leben, besuchte sogar eine Tanzschule, und lernte dort seine spätere Frau Christa kennen. 1943 wurde der junge Mann eingezogen und musste an der Ostfront kämpfen. Glücklicherweise überstand er den Krieg und kehrte 1945 nach Dresden zurück. Das gewünschte Medizinstudium wurde ihm, da er kein Arbeiterkind war, nicht gewährt. Mit Hilfsarbeiten auf dem Bau hielt sich Wolfgang Roder zunächst über Wasser. Dann wurde er Lehramtanwärter und absolvierte eine Lehrerausbildung. 1948 erhielt er endlich eine Wohnung im Stadtteil Klotzsche und wechselte in die Raiffeisengenossenschaft. Er arbeitete hier in verschiedenen Positionen und schaffte es bis zum Hauptbuchhalter. Wolfgang Roder betreute bäuerliche Genossenschaften, empfing auf der AGRA, einer Landwirtschaftsausstellung, prominent Gäste. Er besuchte die Landesbauernschule, um in dem ganz anderen Metier besser Fuß zu fassen. Ein 5-jähriges Fernstudium schloss der engagierte Mann als Diplom-Wirtschafter ab. 1953 arbeitete Wolfgang Roder als Planungsleiter bei RAFENA, dem Hauptproduzenten von Fernsehgeräten der DDR. Parallel dazu war er auch als Dozent an einer Fachschule tätig. 1959 gehörte der Diplom-Wirtschafter mit zu denen, welche die Computerfirma Robotron ins Leben riefen. Als Planungsleiter und schließlich Stellvertreter des Ökonomischen Direktors des Kombinates trug er eine große Verantwortung. Auch an der Gründung des Großforschungszentrums war er maßgeblich beteiligt.
1990 ging Wolfgang Roder in den Ruhestand. Aber von Ruhe ist keine Rede. Seit 1998 ist er in der Seniorenakademie, Gruppe Zeitzeugen, tätig. Er hält Vorträge in Schulen und auch Altersheimen, publizierte und war an der Einrichtung des Zeitzeugenkabinetts beteiligt. Der Senior will die Geschichte bewahren und weitergeben. Dazu gehört auch die private Ahnengalerie. Anderen Menschen etwas geben zu können, bedeutet für Wolfgang Roder Glück.