MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolf-Dietrich und Diana Rinke
Berufliche Zukunft im Umbruch
Rinderzüchter, Versicherungsfachmann
Bilanzbuchhalterin
99095 Erfurt OT Mittelhausen
Als Wolf-Dietrich Rinke (Jahrgang 1951) im Tiefurter Stadtteil seiner Geburtsstadt Weimar die Dorfschule besuchte, schlug der Lehrer noch mit dem Lineal, wenn ihm ein Schüler unbotmäßig erschien. Ab der 5. Klasse wechselte er jedoch auf die Oberschule in Weimar, die er mit der 8. Klasse abschloss, denn er dachte an Beruf und Geld verdienen für das sehnlichst erwünschte Motorrad. Später holte er jedoch die 10. Klasse auf der Volkshochschule nach. In der dreijährigen Lehre in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Clara Zetkin“ von Großschwabhausen wurde er zum Rinderzüchter ausgebildet. Anschließend arbeitete er in diesem Beruf in der LPG von Kromsdorf, besuchte ab 1975 die Fachschule in Dresden, die er 1977 als Agraringenieurökonom abschließen konnte. Da er damals schon Mitglied der Staatspartei SED war, lenkte ihn die Kaderpolitik in die gesellschaftliche Jugendarbeit. Als Sekretär für die Landjugend agierte er in der Jugendorganisation FDJ des Kreises Weimar, später mit gleichem Aufgabenfeld in der Bezirksleitung der FDJ Erfurt. Ein dreijähriges Direktstudium an der Parteihochschule „Karl Marx“ in Berlin schloss er als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler ab. Als operativer Mitarbeiter wurde er Bindeglied zwischen dem Kreis Erfurt-Land und der Bezirksleitung der SED, wo er angestellt war. Mit dem nahenden Ende der DDR kamen auch die Umbrüche in deren führender Partei. Wolf-Dietrich Rinke war bis 1991 noch Vorsitzender der Nachfolgeorganisation PDS in Erfurt-Land, doch hauptamtliche Funktionäre konnte die Partei sich bald nicht mehr leisten. 1992 ließ er sich in einem privaten Bildungsinstitut zum Sales-Manager (Kundenvertrieb) umschulen, machte sich danach als Handelsvertreter mit Gewerbeschein selbständig, arbeitete als Mehrfachagent im Bereich Versicherungen, Bausparen, Finanzdienstleistungen für diverse Banken, Versicherungen und Bausparkassen. Nach einer Weiterbildung 1997/98 bei der Gothaer Versicherung in Göttingen durfte er sich IHK-geprüfter Versicherungsfachmann nennen. Als 2008 neue bürokratische Vorschriften herauskamen, auch gesundheitliche Probleme eine Belastungsreduzierung nahelegten, meldete er sein Gewerbe ab. Auf dem 2003 gekauften Bauernhof im Ortsteil Mittelhausen gab es mit Tauben, Hühnern und Kaninchen ohnehin genug zu tun. Seine Frau Diana (Heirat 1977) wirkte anfangs in der Erfurter Datenverarbeitung für Finanzorgane, ab 1983 als Buchhalterin der SED-Bezirksleitung, ließ sich nach deren Auflösung zur Bilanzbuchhalterin weiterbilden und ist seitdem Mitarbeiterin der Stadtwerke Erfurt (SWE Service GmbH). Die Töchter Jana (1981) und Katja (1985) erweiterten die Familie.