MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Mariechen und Günter Riemer
Stolz auf das Geschaffene und die Familie
Finkenburgstr. 70
08606 Oelsnitz
Fon: 037421 / 23177
Sie sind in Oelsnitz im schönen Vogtland zu Hause. Seit 1970 glücklich miteinander verheiratet, sehen sich Mariechen und Günter Riemer als Familienmenschen. Das Rentner-Ehepaar hat eine Tochter (Jana, geboren 1973) und einen Enkel (Paul, 13 Jahre). In Sohl bei Bad Elster 1946 zur Welt gekommen, besuchte Mariechen als einziges Kind einer Stickerin in Heimarbeit und eines Bahnangestellten von 1952–1962 die Schule. Ursprünglich wollte sie Blumenbinderin werden, schlug aber eine Richtung ins Apothekenwesen ein. Mariechen machte 1962–1964 eine zweijährige Ausbildung zur Apotheken-Facharbeiterin und arbeitete danach in Bad Elster. Bevor sie sich 1972 im Plauener Gardinenbetrieb als Arbeitsvorbereiterin beruflich neu orientierte, widmete sie sich der Pflege „von Oma“, und blieb dort bis zur Schließung des Werkes (Ende 1991). Die Nachwendezeit brachte Mariechen Riemer einen kompletten Neuanfang. 1992 begann sie in einer Garten- und Landschaftsbaufirma, der Reiß GmbH in Oelsnitz, in der Buchhaltung. Daraus wurden schließlich 22 Arbeitsjahre. 2008 wurde die Frau aus Sachsen Rentnerin, arbeitete aber nun verkürzt noch ein paar Jahre länger. Sie gilt als kluge und hilfsbereite Frau, die sich ihre Mutter Herta stets zum Vorbild genommen hat. Mariechen Riemer liebt neben ihren Strickereien und Stickarbeiten Haus, Hof und Garten und sie reist mit ihrem Günter sehr gern, besonders nach Italien, Spanien und Südfrankreich. Die Berge und das Meer haben es den Riemers angetan. Ehrenamtlich macht sich Mariechen Riemer noch als Kassiererin im Siedlerverein in Oelsnitz nützlich. Sie liebt ihr Zuhause, das ihr Mann von seinen Vorfahren übernommen hat. Geboren 1937 in Oelsnitz, ging Günter Riemer hier von 1943–1951 zur Schule. Nach der 8. Klasse besuchte der Sohn eines Buchbinders und einer Stickerin drei Jahre die Oberschule (1951–1954). Günter verließ die Schule nach der 11. Klasse. Er fühlte sich schikaniert, weil seine Mutter in den Westen gegangen war. Günter Riemer startete sein Berufsleben als Fördermann bei der Wismut. Er machte einen Lehrgang zum Lokfahrer und blieb bis 1959 im Betrieb, arbeitete unter anderem in Ronneburg. Durch einen früheren Schülerferieneinsatz kam er zur Deutschen Handelszentrale (DHZ), war dort bis 1962 im Lagerbereich beschäftigt. 1962–1969 arbeitete der Vogtländer bei der Großhandelsgesellschaft (GHG) in Adorf. Sein Betrieb, der später mehrfach seinen Namen infolge von Umstrukturierungen wechselte, delegierte ihn zum Fachschulfernstudium (1963–1966). Als Ökonom (heute Betriebswirt) schloss er an der Fachschule für Binnenhandel in Dresden ab und erhielt im Ressort Betriebswirtschaft/Planung mehr Verantwortung. In leitenden Funktionen in unterschiedlichen Handelsunternehmen erlebte Günter Riemer die Wende, verbunden mit Namensänderungen und Strukturwandel. Mit 60 Jahren ging er 1997 in Rente, arbeitete danach noch zehn Jahre als Staplerfahrer bei einer Firma. Günter Riemer interessiert sich für Technik und sieht sich als Hobby-Heimwerker. Früher sammelte er Postkarten und Briefmarken, liebte als Bastler und Tüftler den Modellbau. Die Familie und Gesundheit sind sein größtes Glück. Sein Leitspruch heißt „Lass Dir nichts gefallen“. Großvater Robert, sein Vorbild, hat ihm, der auch gern Historisches liest, das beizeiten mit auf seinen langen Lebensweg gegeben. Riemers sind stolz auf das Geschaffene und die Familie.