MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Werner und Jens Rieger
Zwei Männer – willenstark und belastbar
Gesellschafter
Autoverwertung J. u. W Rieger GbR
Boßdorfer Dorfstr. 6
06889 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 034920 / 20223
Werner Rieger, 1946 in Mochau geboren, gehörte zu den ersten Schülern, die der Einführung der 10-Klassen-Pflicht unterlagen. Er erinnert sich noch an die Zeit und daran, dass einige Schüler zwangsweise zum Unterricht gebracht wurden, weil sie sich weigerten die Schule länger als acht Jahre zu besuchen. 1963–1965 lernte er im Anschluss den Beruf des Stahlbauschlossers, arbeitete in diesem bis zu seinem Umzug nach Boßdorf 1968. Seine Frau Evelin stammt von dort und 1969 wurde geheiratet. Als Landmaschinenmechaniker arbeitete Werner Rieger von nun an, später als Werkstattleiter, denn 1975 hatte er seinen Meisterbrief erhalten. Mit Entstehung der Kreisbetriebe für Landtechnik (KfL) wurde der Reparatursektor für landwirtschaftliche Maschinen aus den LPG ausgelagert. Zurück blieb eine kleine Reparaturbrigade, die nun für die Instandhaltung der Fahrzeuge der Personenbeförderung zuständig war. Der Gedanke an die Selbstständigkeit begann und wurde am 01.10.1990 mit der Gründung der Autoverwertung als 1-Mann-Betrieb am heutigen Standort realisiert. Sohn Jens, geboren 1970 und gelernter Kfz-Schlosser, arbeitete zu diesem Zeitpunkt noch in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Da diese in der Auflösung begriffen war, erfolgte sein Einsatz nicht mehr fachgerecht, sondern mit anderen Aufgaben wie Kartoffeln dämpfen, heizen usw.. 1991 folgte die Kurzarbeit, dann die Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche. In der Firma seines Vaters half er schon aus, nahm im Oktober 1992 dort die Arbeit auf. 1998 erwarb auch er seinen Meisterbrief und arbeitet heute mit zwei Mitarbeitern in der Werkstatt. Er ist stolz darauf, dass in ihrer freien Werkstatt die Schlosser noch Ursachenforschung machen und reparieren. Es ist indessen vielerorts nämlich üblich einfach nur Teile zu wechseln, was zu Lasten der Kundenrechnung geht. Die Vielfältigkeit der Reparaturen an den unterschiedlichen Kfz-Typen hat die Schlosser der Werkstatt zu den besten geformt. Sie würden in jeder Markenwerkstatt bestehen, sagt Werner Rieger. Am 01.01.2012 ist er in Rente gegangen, hat die Firma in die alleinige Verantwortung von Sohn Jens gelegt. Wenn die Riegers heute an die Anfänge zurückdenken, ist es die deutsche Bürokratie, die ihnen in unangenehmer Erinnerung geblieben ist. Mit sinnfreien Auflagen und teueren Forderungen war sie wenig hilfreich bei der Entwicklung des Unternehmens. Andererseits aber, gab es eben die Chance eigenes zu machen und sich nicht dem Heer der Arbeitslosen anschließen zu müssen. Vater und Sohn sind seit vielen Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und somit auch in der Freizeit gemeinsam aktiv. Und während Mutter Evelin zum „Null-Tarif“ noch als Buchhalterin und Raumpflegerin im Unternehmen einen Teil ihrer Rentnerzeit verbringt, arbeitet die Ehefrau von Jens Rieger als Versicherungskauffrau. Die beiden Männer sind stolz auf ihre Familien, die Kinder und Enkel. Wenn einst einer der zwei Enkelsöhne sich für die Firma von Vater und Opa interessieren sollten, wäre der Fortbestand des jungen Familienunternehmens gesichert.