MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waltraud und Joachim Richter

Als „Zugezogene“ in einer vertrauten Umgebung leben

Waltraud und Joachim Richter

Stellvertreter Org. /  Sicherheit
Schulsekretärin
07589 Münchenbernsdorf

Waltraud und Joachim Richter lernen sich in Zschopau beim Tanzen kennen und heiraten am 30. Juli 1960. Die Frau wird am 17. Juni in Zschopau geboren und wächst hier auf. Der Vater fällt im Krieg, die Mutter verdient das Geld für den Unterhalt der Familie und arbeitet in verschiedenen Bereichen in der Verwaltung. Waltraud Richter beendet die Schule nach der achten Klasse und besucht anschließend drei Jahre eine Fachschule. Sie träumt davon, einmal mit Kindern zu arbeiten, doch ein Kehlkopfleiden macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Die junge Frau muss sich umorientieren und absolviert eine Weiterbildung an der Volkshochschule. Anschließend arbeitet sie viele Jahre beim Rat des Kreises. Als im Jahr 1962 die Tochter Dagmar geboren wird, muss sie zu Hause bleiben, es gibt kaum Krippen- und Kindergartenplätze. Ende der sechziger Jahre wird der Mann nach Sanitz versetzt, 1970 kommt der Sohn Andreas zur Welt. Die Tochter arbeitet heute in Baden-Württemberg, der Sohn Andreas arbeitet seit 1990 bei Opel in Eisenach am Band. Zur Familie gehören inzwischen zwei Enkel, drei Urenkel, darunter einmal Zwillinge. Seit 1978 lebt die Familie in Münchenbernsdorf, Waltraud Richter arbeitet ab 1980 als Sekretärin an der Schule, wo ihr Sohn lernt. Sie sieht viele Direktoren kommen und vor allem wieder gehen und hört 1999 selbst auf, als der Stress überhaupt nicht mehr auszuhalten ist. Joachim Richter wird am 3. Februar 1933 in Rabenstein bei Chemnitz geboren und schließt die Schule nach der 11. Klasse ohne Abitur ab. Anschließend absolviert er eine Lehre als Kfz-Handwerker. Er entscheidet sich für den Dienst in der NVA, dient an verschiedenen Standorten und ist unter anderem am Aufbau einer Raketenabwehreinheit in Sanitz bei Rostock beteiligt. Nach 25 Jahren wird er als Stabsoffizier entlassen und lebt seitdem mit seiner Familie in Münchenbernsdorf. Ab 1977 arbeitet er als Stellvertreter für Org. / Sicherheit im Tanklager Lederhose. Als 1990 die Stelle gestrichen wird, findet Joachim Richter eine Anstellung bei einer Firma in Hamburg. Seit seiner Berentung liest er sehr viel und unternimmt gern ausgedehnte Spaziergänge. Waltraud und Joachim Richter haben früher oft das Theater besucht, leider sind sie heute nicht mehr mobil genug in einer Region, in der es kaum öffentliche Verbindungen gibt. Sie haben sich an ihre neue Heimat gewöhnt, auch wenn sie in Münchenbernsdorf immer noch die „Zugezogenen“ sind.
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