MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhard und Gunda Riedel

Das Glas ist immer halbvoll

Gerhard und Gunda Riedel

Adolf-Damaschke-Str. 53 b
08606 Oelsnitz
Fon: 037421 / 22338

Er ist genau, gewissenhaft und geduldig.. Gerhard Riedel, geboren am 07.11.1942 in Oelsnitz, gilt als unverbesserlicher Optimist, bei dem das Glas immer halbvoll ist. Ehefrau Gunda, ebenfalls 1942 geboren, kommt ins Plaudern und berichtet mit ein wenig Stolz: „Was er macht, macht er richtig. Mein Gerhard ist ein treuer Weggefährte und guter Ehemann.“ Dieses Lob enthält eine charmante Liebeserklärung. Eigentlich wollte Gunda Riedel Lehrerin oder Tierärztin werden – Wünsche, die sich nicht erfüllen sollten. Sie absolvierte eine Lehre zur Bandweberin, arbeitete kurz im Beruf und nahm in Chemnitz ihr Studium auf. Beenden konnte sie es nicht. Glück brachte ihr diese Zeit trotzdem, denn an der Ingenieurschule für Textiltechnik und Maschinenbau Karl-Marx-Stadt lernte sie ihren geliebten Gerhard kennen. Gunda Riedel schenkte ihren beiden Kindern Jan Maik und Angela das Leben. Heute ist sie glückliche Oma ihres Enkels Rico. Seit 1967 in Oelsnitz lebend, blieb sie noch kurzzeitig als Hausfrau und Mutter bei ihren Kindern und nahm beim VEB Elastikmieder Zeulenroda, Werk Oelsnitz, eine neue Beschäftigung auf. Dort blieb sie bis zur Auflösung des Betriebes 1991 und musste sich in die Arbeitslosigkeit begeben. Nicht genug damit, erkrankte sie schwer, wurde von der EU berentet und kämpft noch heute tapfer gegen die Krankheit. Ehemann Gerhard wollte unbedingt in der Teppichbranche Fuß fassen. Nach achtklassiger Schulbildung nahm er eine Lehre zum Teppichweber auf und machte parallel dazu über Abendschule den Mittelschulabschluss. Sein Studium führte ihn von 1962/65 ins heutige Chemnitz. Als ausgebildeter Textilingenieur begann er an der Teppichfabrik „Halbmond“ in Oelsnitz und arbeitete in diversen Bereichen. 1970 avancierte er zum Produktionsleiter der Teppichweberei im Betriebsteil Adorf. 1974 war Hilfestellung für eine Teppichfabrik in der Mongolei vonnöten. Gerhard Riedel ging als Leiter der Inbetriebhaltungsgruppe der DDR, teilweise begleitet von der Familie, für drei Jahre nach Ulan Bator. Ins Rationalisierungsteam wurde er 1976 beordert und nachdem der bisherige Direktor anderen Aufgaben in Bagdad nachging, wurde Gerhard Riedel 1980 Werkdirektor in Adorf. Nach der Wende Geschäftsführer für Produktion und Technik, gehörte er nach GmbH-Gründung bis 1998 der Geschäftsführung an.. Fortan wechselten sich Krankheit und unterschiedliche Jobs ab. Seit 2005 Rentner, kann Gerhard Riedel mehr Zeit in seine Hobbys investieren und das Glas, welches dabei vor ihm steht, ist natürlich immer halbvoll.
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