MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika und Heinz Richter

Zeitzeugen einer Epoche

Erika und Heinz Richter

Industriekaufmann, Oberstufenlehrerin
Ingenieur für Flugzeugbau, Ingenieur für Klima- und Kältetechnik
Ringstr. 23 b

09648 Mittweida OT Ringethal

Heinz Richter kam am 04.11.1937 in Breslau- Hundsfeld zur Welt und wuchs als Einzelkind auf. Sein Vater arbeitete als Tischler, die Mutter war Haushälterin. „Nach meiner Einschulung im Frühjahr 1944 wurden wir im Herbst 1944 aus unserer Heimat vertrieben. Wir wurden mit dem Zug aus Breslau evakuiert und trafen am 12.02.1945 in Dresden ein, wo wir den Bombenangriff hautnah mit erlebten. Nach einem Fußmarsch bis nach Tharandt kamen wir per Zug nach Chemnitz, wo wir bei einer Arztfamilie unterkamen und im April einem weiteren Bombenangriff ausgesetzt waren. Danach wurden wir vom Bauer Müller in Chursdorf aufgenommen und schliefen auf Strohsäcken über dem Kuhstall“, erinnert sich Heinz Richter an diese dramatischen, nie verblassenden Erlebnisse. Sein Vater kam Weihnachten 1949 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Von 1945–1952 besuchte Heinz Richter die Schulen in Chursdorf und Tauscha. Im Anschluss absolvierte er eine dreijährige Lehre als Technischer Zeichner in der Peniger Maschinenfabrik und qualifizierte sich weiter zum Teilkonstrukteur. Nach vier Semestern Abendstudium in seiner neuen Arbeitsstelle VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt bewarb er sich an der Ingenieurschule „Flugzeugbau Dresden“, studierte erfolgreich von 1958–1961 und war anschließend im Konstruktionsbüro für Forschung und Entwicklung des Maschinen- und Apparatebaus Schkeuditz (MAB) tätig. Im Jahr 1961 heiratete Heinz Richter seine Frau Erika. Mit Jens (1964–2016) und Anke (*1969) bekam das Paar zwei Kinder und hat zwei Enkel. Ein schwerer Schicksalsschlag nahm ihm 2016 den Sohn, der an Krebs verstarb. Bis 1967 studierte Heinz Richter berufsbegleitend an der Ingenieurschule Meißen und machte seinen Abschluss als Ingenieur für Klima- und Kältetechnik sowie den Facharbeiter für Elektrotechnik. Anschließend war er beruflich oft in der Sowjetunion zur Erprobung neu entwickelter Geräte für Reise- und Kühlwaggons und wurde 1997 nach 36-jähriger Betriebszugehörigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Erika Richter, geb. Seifert, wurde am 28.10.1938 in Ringethal geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Von 1944–1952 besuchte sie die Schule in ihrem Heimatort Ringethal, wo sie auch das Kriegsende miterlebte. Ihr Vater arbeitete als Tischler, kehrte 1946 aus der Gefangenschaft zurück und war im Holzbau Mittweida tätig. Erika Richter absolvierte hier eine 2,5-jährige Lehre als Industriekaufmann. Von 1955–1958 machte sie das Abitur an der ABF Karl-Marx-Stadt und studierte anschließend am Pädagogischen Institut Leipzig Deutsch und Russisch mit Staatsexamen-Abschluss als Lehrer. Da Lehrer gebraucht wurden, konnte Erika bereits nach drei Studienjahren an der Pestalozzi-Oberschule unterrichten. Sie absolvierte zudem ein Fernstudium für zwei weitere Unterrichtsfächer und ein ergänzendes Russischstudium mit einer sechsmonatigen Delegierung nach Moskau. Bis zu ihrem regulärem Renteneintritt 1998 blieb sie dem Schuldienst treu. Heute leben die Richters auf dem elterlichen Grundstück in Ringethal und haben sich ihr Eigenheim geschaffen.
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