MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans und Ingrid Richter
„Gemeinsamkeiten sucht man nicht. Gemeinsamkeiten schafft man sich.“ (Manfred Hinrich)
Traktorist, Kraftfahrer
Bankkaufmann, Buchhalter
Katzenberg 26
01683 Nossen
Der Start ins Leben stand für den 1934 geborenen Hans Richter unter keinem so guten Stern. Er war erst zwei Jahre und das jüngste von sechs Kindern als die Mutter starb. Der Vater betrieb eine Landwirtschaft. Um seine Aufgaben weiter erfüllen zu können und die sechs Kindern trotzdem gut versorgt zu wissen, nahm er eine neue Frau an seine Seite. Hans Richter erinnert sich an seine Schulzeit (1940–1948): Drei Kilometer Fußweg täglich und von der Stiefmutter eine Stunde für den Weg eingeräumt, hieß es zügig nach der Schule heimkehren. Die Schweine, Ziegen, Enten, Hühner mussten versorgt werden, Kohlen und Kartoffeln sollten geholt werden, der Abwasch musste erledigt werden. Jedes Kind hatte seine Aufgaben. Es herrschten Ordnung und Strenge aber auch eine große Güte im Elternhaus. Nach der Schule arbeitete Hans Richter bis 1951 bei einem Bauern als Kutscher, später in der LPG. Nach Erlangen seiner Fahrerlaubnis (später Qualifikation zum Traktoristen) ging er zur MAS (Maschinen-Ausleih-Station), später zur MTS (Maschinen-Traktoren-Station). Im Büro der Station arbeitete Ingrid Hermann, die er 1955 heiratete. Beide erinnern sich gerne an die schöne Zeit des Kennenlernens, die gemeinsamen Unternehmungen mit der Singegruppe. 1955 wurde Tochter Margitta geboren (Krippenerzieherin). Die Söhne Peter (geb. 1957, nach einem viertel Jahr verstorben), Peter (geb. 1958, Agrotechniker), Reiner (geb. 1960, Koch) und Andreas (geb. 1961, Agrotechniker) vervollständigten in den weiteren Jahren die Familie. Indessen zählen acht Enkel und acht Urenkel dazu. Aufgrund der Übernahme seines Elternhauses kehrte Hans Richter 1960 nach Nossen zurück, arbeitete fortan in der LPG Heynitz und Krögis bis die Wende und die Auflösung der landwirtschaftlichen Genossenschaften ihn über den Vorruhestand in die Rente zwangen. Seine Frau Ingrid (geb. 1932) ist im gleichen Jahr (1989) in den Ruhestand getreten. „Wir waren noch rüstig und konnten schon in Rente gehen, das war eine schöne Zeit“ erinnert sie sich rückblickend. Endlich blieb auch einmal Zeit für die Eheleute selbst, denn mit vier Kindern, Haus, Hof, Garten und Kleinvieh (heute noch Schafe) war das Leben nicht immer einfach und wenig freie Zeit, wie sie berichtet. Die Zwillingstochter eines Drogisten besuchte zehn Jahre die Schule, lernte dann den Beruf Bankkaufmann bei der Sächsischen Landeskreditbank (später Notenbank). Die erste Währungsreform 1948 hat sie mit begleitet (Umstellung von Reichsmark auf Mark der deutschen Notenbank SBZ) – Gegenstück zur Währungsunion in Westdeutschland mit der Umstellung von der Reichsmark auf die DM. Da nicht gleich neue Geldscheine vorhanden waren wurden die alten Reichsmarkscheine mit Klebecoupons auf die neue Wertangabe verändert, unter dem Zusatz „Deutschlands Verräter“. Der Arbeit auf der Bank folgte die als Finanzbuchhalterin, Oberbuchhalterin und Sekretärin in den MTS Barnitz und Schönfeld. Eine Qualifizierung zum Oberbuchhalter hatte sie zuvor abgelegt. Ab 1960 war sie in der LPG Heynitz beschäftigt. Die Richters sind zufrieden mit ihrem Leben, stolz auf Ihre Kinder und Enkel und darauf das gemeinsame Eheleben mit Partnerschaftlichkeit, Kameradschaft und Ehrlichkeit gut gemeistert zu haben. Sich sehr zugetan wollen sie nun nur noch eins: Gemeinsam gesund alt werden.