MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus Richter
Er ist glücklich, wenn alles klappt, was er sich vornimmt
Werkzeugmacher
Lehrmeister
Hinterm Schloss 31
99326 Stadtilm
Fon: 03629 / 4027
Er ist ein waschechter Thüringer und lebt bis heute gern in seiner Heimatregion. Das Haus von Klaus Richter aus Stadtilm ist „Marke Eigenbau“, wie der gelernte Werkzeugmacher und Lehrmeister erklärt. Hier wohnt er mit seiner Frau Ilse (Sekretärin, Verkäuferin), die er 1965 geheiratet hat. Das Ehepaar hat zwei Töchter (Petra, geboren 1966; Kathrin, geboren 1967) und zwei Enkelkinder. Klaus Richter ist glücklich darüber, dass seine Kinder in der Heimat Thüringen geblieben sind. Zur Welt gekommen 1941 in Oberilm, das jetzt zu Stadtilm gehört, ist der Thüringer hier aufgewachsen und wurde 1948 eingeschult. Nach dem Abschluss der 8. Klasse (1956) hätte er gern Rundfunkmechaniker, Elektriker oder auch Dreher gelernt, denn Klaus Richter war schon immer ein leidenschaftlicher Bastler. Weil das aber alles nicht klappte, denn die Lehrstellen waren alle schon besetzt, begann er 1956 eine Lehre als Werkzeugmacher in der Lehrwerkstatt des VEB Gelenkwellenwerk Stadtilm. Nach der Lehre arbeitete er im Vorrichtungsbau des Betriebes. Nach seiner Armeezeit 1959–1962 arbeitete Klaus Richter wieder im Vorrichtungsbau des Betriebes, wo er auch seine spätere Frau kennengelernte. Er besuchte die Meisterschule und schloss als Industriemeister Metall für Apparate- und Gerätebau ab. Ab 1965 wurde eine Stelle in der Lehrwerkstatt als Ausbilder frei, die ihm angeboten wurde und er sagte zu. Er war dann für die Ausbildung von Fräsern verantwortlich. Ein Jahr später wurde er in der Abteilung Arbeitsvorbereitung als Technologe eingesetzt. Bis zur Wende hat Klaus Richter dort gearbeitet. Kurz nach der Wende wurde die Lehrwerkstatt geschlossen und Klaus Richter wurde arbeitslos. Er besuchte verschiedene Lehrgänge z. B. Hydraulik, Pneumatik, Elektrik und einen CNC-Lehrgang in Essen. Er absolvierte bei der Industrie- und Handelskammer in Erfurt eine pädagogische Zusatzprüfung, die ihn zum Lehrmeister befähigte. „Das war alles für die Katz“, sagt Klaus Richter heute. Denn 1991 bekam er – nach der Schließung der Lehrwerkstatt – die Kündigung ausgehändigt. Er vertrieb danach durch die Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Kollegen Werbematerialien, versuchte anschließend sein Glück in mehreren vom Arbeitsamt geförderten Maßnahmen, darunter als Leiter einer Möbelkammer für bedürftige Familien, und er war zwischenzeitlich kurz ohne Arbeit. 2003 konnte Klaus Richter mit 62 Jahren in Rente gehen. Glücklich ist er, wenn alles klappt, was er sich vornimmt. Klaus Richter ist stolz auf das Geschaffene, auf seine Familie und auf sein Haus. Er hat immer gern fotografiert und beschäftigt sich heute mit dem Computer, bearbeitet Fotos und selbsterstellte Filme, wobei ihn seine Enkel manchmal unterstützen, wenn er damit mal nicht gleich klarkommt. Gern erinnert er sich an seine Arbeit im Gelenkwellenwerk. Da gab es einen früheren Chef, der Lehrer und auch Berufsschuldirektor war: Manfred Exel – ihn bezeichnet Klaus Richter als sein Vorbild.