MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Annelie Richter

Zwiegespräch mit einem engen Vertrauten

Annelie Richter

Zahnarzthelferin i. R.
Bergstr. 6
09573 Augustusburg

Annelie Richter wurde am 14.07.1944 in Annaberg, der wunderschönen Erzgebirgsstadt, geboren und ist stolz darauf, in der St. Annenkirche getauft worden zu sein. Als sie sechs Jahre alt war, zog ihre Familie zu den Großeltern an die Drehbacher Krokuswiesen und somit von einem schönen Ort zum nächsten. Bei den Großeltern wurde u. a. selbst gebuttert und geschlachtet und sie empfand tägliche Abläufe in der Landwirtschaft für die damalige Zeit sehr gut durchdacht, doch waren die Arbeitsbedingungen hart und entbehrungsreich. Ein mehrstöckiger Küchenofen wurde zum Kochen und Backen, aber auch zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Das warme Wasser konnte im Flur durch einen Wasserhahn problemlos aus dem Wasserkasten entnommen werden. Der Abstand zwischen Ofen und Wand wurde zum Trocknen der nassen Kleidung genutzt. Trotz schwieriger Zeiten und schlechten Wohnverhältnissen versuchten die Mutter und der Stiefvater, ihr und ihren Geschwistern eine schöne Kindheit zu bescheren. Z. B. wurden ihr die schönsten Locken mit der Brennschere zum Fasching von Mama gezaubert, Wanderungen und kleine Reisen mit Zug und Bus unternommen. Nach der Schulzeit begann die Ausbildung zum Facharbeiter Zahnärztliche Helferin in Karl-Marx-Stadt. Zwischenzeitlich wohnte sie schon in Erdmannsdorf, fuhr mit dem Bus oder Moped zu den Arbeitsstellen nach Karl-Marx-Stadt und Augustusburg. Ihren Mann Egbert, von Beruf Tischler, und aktiv im örtlichen Posaunenchor, lernte sie dann kennen und sie heirateten 1966. Tochter Angela wurde 1969 geboren. Bis zur Geburt der zweiten Tochter arbeitete sie im erlernten Beruf und als Verkäuferin. Die Wohnung wurde zu klein und so musste mit viel Fleiß und Zeit eine moderne Wohnung gebaut werden, was zu jener Zeit sehr schwierig war. Um für ihre Mädchen da zu sein, entschied sich die junge Mutter für Heimarbeit. Es lag ihr viel daran, sich die Arbeit nach eigenen Vorstellungen oder Notwendigkeiten einteilen zu können. Später begrüßte das Ehepaar die Wende und freute sich über das wieder vereinte Deutschland. Leider musste unter neuen Bedingungen auch Lehrgeld gezahlt werden. Heimarbeit gab es nicht mehr. Sie kehrte in ihren erlernten Beruf zurück, übernahm später die Schülerverpflegung in einer Bildungseinrichtung. 1998 –2002 war die Pflege ihrer kranken Mutter nötig. 2009 verstarb ihr Mann, der als liebevoller Ehemann, guter Vater und geliebter Großvater allen sehr fehlt. Seit 2009 ist sie Pensionärin, pflegt viele soziale Kontakte und singt im Kirchenchor. Gern liest, bäckt und strickt sie. Sie bewundert Menschen wie M. L. King, Grandi und Güttler. Annelie Richter hat im Zwiegespräch einen engen Vertrauten: „Du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott, verziehe nicht!“ Konfirmationsspruch Psalm 40,18.
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