MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Richter

Jeder Geburtstag war ein Feiertag....

Horst Richter

August-Bebel-Str. 14
06773 Gräfenhainichen OT Möhlau
Fon: 034953 / 88389

...bei dem 1935 geborenen Horst Richter, denn er hatte sich den 07.10 – Geburtstag der DDR – ausgesucht, um auf diese Welt zu kommen. Nach der 10 Klasse, nahm er 1950 eine Lehre zum Betriebsschlosser in der Lehrwerkstatt Zschornewitz auf. Bis dahin noch nicht genau wissen, in welche Richtung er sich entwickeln wollte, fand er während der Lehre Geschmack an Technik und Wissenschaft im Bergbau, an exakter Arbeit und die Erkenntnis mit guter Arbeit überzeugen zu wollen. Er schloss sich einem Lernaktiv an, lernte auf Grund guter Ergebnisse vorzeitig aus – hielt nach bereits 2 ½ Jahren seinen Gesellenbrief in den Händen. Im Anschluss in der Zentralwerkstatt in Gräfenhainichen eingestellt, wurde er beim TAN-Aufbau beschäftigt (Technische Arbeitsnormung) bis er eines Tages von der Werkleitung eine besondere Delegierung erhielt. An der Bergingenieurschule Senftenberg wurde ein neuer Fachbereich Ingenieurökonomie erstmalig für die Braunkohleindustrie eröffnet. Er war einer der ersten Studenten dort, schloss 1957 dieses Studium erfolgreich ab. Als Assistent in der Technologie wurde er im Braunkohlewerk Golpa eingesetzt, verdiente er sich schnell Anerkennung, wurde bereits nach zwei Jahren Betriebsingenieur im Tagebau Muldenstein und nach 2 ½ Jahren Abteilungsleiter in der Grube. 1961 erarbeitete er sich ein 2. Ingenieurdiplom für Bergbautechnik im Fernstudium. Er erlebte verschiedene Umstrukturierungen des Braunkohlenwerkes, war mit 24 Jahren der jüngste Arbeitsdirektor, den ein Braunkohlenwerk je gesehen hatte. 1965 wurde er Tagebauleiter im Neuaufschluss Golpa Nord, fing damit an die Betriebsleiterebene kennenzulernen bis 1969. Im neu gegründeten Braunkohlenkombinat „Einheit“ wurde er im Bereich Produktion als Stabsleiter aktiv, arbeitete als stellvertretender Produktionsdirektor und in weiteren Leitungsfunktionen bis 1975. Was ihm als weiteres Karrieresprungbrett empfohlen war – Besuch der Parteischule – erwies sich als haltlose Versprechung, denn arbeitstechnisch musste er nach der Rückkehr kämpfen, wieder höhere Verantwortung übertragen zu bekommen. Als Aufschlussleiter des Tagebaus Süd-West in Delitzsch gelang es ihm 1975 letztendlich wieder Fuß zu fassen und 1977–1989 als Tagebauleiter in Golpa-Nord und Gröbern seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – verantwortlich für die Versorgung der Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode. 1983 erhielt er die Auszeichnung „Verdienter Bergmann“. Als Produktionsdirektor für das Braunkohlekombinat Bitterfeld begleitete er 1989 den Umwandlungsprozess in die neuen Strukturen. Die BRD-Flagge wurde gehisst, kluge Köpfe aus den alten Bundesländern kamen und erklärten die Hinterweltlichkeit bisherigen Geschehens, Entlassungen bei den Arbeitskräften begannen. Als erstes wurde die Betriebsküche geschlossen, der Kindergarten, die Klubhäuser folgten. Die Energieversorgung wurde von den unausgelasteten Kraftwerken der BRD übernommen, die hiesigen stillgelegt und demontiert.....die neue Demokratie und Freiheit war da! Am 07.10.1991 – seinem Geburtstag – wurde Horst Richter mit nur 56 Jahren in den Vorruhestand versetzt, auch er hatte ausgedient. Ohne Abfindung, ohne Chance auf neue Beschäftigung eine Zeit großer psychischer Belastung. Gemeinsam mit Ehefrau Rosemarie (verstorben 2011) bewältigte er die neuen Herausforderungen. In der Gemeinde gründete er 1995 eine Bürgerinitiative als es um die Abwasserproblematik ging, erreichte mit den anderen Beteiligten dass das Projekt mit sechs Millionen Kosten statt mit den zuvor veranschlagten 21 Millionen realisiert wurde. Heute kümmert er sich noch mit um die Bergbauwahrzeichen im Ort Möhlau – als immer engagierter Mensch im Leben kann er eben auch heute nicht die Hände ganz in den Schoß legen.
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