MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Marianne Renusch
Lebensfroh und engagiert auf einem festen christlichen Fundament
Leiterin der Caritas-Sozialstation der Sankt Mariengemeinde Genthin
Karower Straße 2b
39307 Genthin
Fon: 03933 / 948811
In dem Städtchen Jerichow, das dem ganzen Landstrich im Nordosten Sachsen-Anhalts den Namen gab, ist sie als jüngstes Kind von elf Geschwistern aufgewachsen. 1953 geboren, war von Kindheit an Kinderkrankenschwester ihr Berufswunsch. Geprägt in einer Großfamilie und erzogen im christlichen Glauben, steuerte Marianne ihr Berufsziel mit Konsequenz an. In Tangermünde durchlief sie ihre Ausbildung und war anschließend noch einige Jahre als Kinderkrankenschwester im dortigen Krankenhaus tätig. Rückblickend kann man durchaus sagen, dass die große Gemeinschaft im Elternhaus unter anderem zu einem großen sozialen Bewusstsein geführt hat. Marianne Renusch lernte in Tangermünde ihren Mann kennen, der eine Arbeit in einem Stahlbaubetrieb in Parey an der Elbe annahm. Hier wurde die Familie heimisch. Bald gesellten sich zwei Söhne und eine Tochter dazu. Nach einem längeren Erziehungsurlaub wurde sie Betriebskrankenschwester in der Pareyer Stahlbaufirma. Als in der damaligen DDR die friedlichen Proteste gegen den bis dahin „allmächtigen“ Staatsapparat begannen, engagierte sie sich sofort. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie folgerichtig in den Rat ihrer Heimatgemeinde gewählt. Bis heute ist sie gemeinsam mit ihrem Mann im Ortsverein der SPD in Genthin als aktives Mitglied bekannt. Im damaligen Landkreis Genthin wurde sie nun Mitarbeiterin im Gesundheitsamt im sozialpsychiatrischen Dienst. Als 1993 die Genthiner Caritas-Sozialstation ins Leben gerufen wurde, war Marianne Renusch mit von der Partie. Die Sozialstation ist eine Einrichtung der katholischen Kirche von Genthin, in der sie sich gleichfalls engagiert. Schon ein Jahr später wurde sie die Leiterin der Sozialstation. Ihr ist wesentlich zu verdanken, dass sie sich zu einer der führenden Sozialeinrichtungen in der Region Genthin entwickelt hat. Anfänglich war sie die Chefin von sieben Mitarbeiterinnen. Heute werden von 30 Schwestern und Hauswirtschaftlerinnen und zwei Pflegern täglich über 150 Patienten in ihrem häuslichen Umfeld betreut, rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche. Neben ihren Berufspflichten kümmert sich die vor Lebensfreude sprühende Frau immer wieder ehrenamtlich um bedürftige Menschen. Für alle Lebenslagen hat sie sich einen Leitspruch von Dietrich Bonhoeffer gewählt: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen“.