MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Harry und Regina Reuß

Neue Zeiten – andere Herausforderungen

Harry und Regina Reuß

Ingenieurökonom, Bürgermeister a. D.
Schuhfacharbeiterin
Siedlungsstr. 12
04741 Roßwein OT Gleisberg

Im Gleisberger Elternhaus, wo sie 1942 zur Welt gekommen war, ist Regina Reuß noch heute zu Hause. Mit drei Geschwistern wuchs sie auf, besuchte die Schule am Ort, die letzten Jahre bis 1958 in Roßwein. Dann begann sie als Anlernling beim VEB Hammerschuh, besuchte dazu die Berufsschule in Leisnig. Zwecks Ausbildung zur Schuhfacharbeiterin setzte sie durch, dass sie nach Weißenfels delegiert wurde. Zwar kehrte sie für ein halbes Jahr zum ursprünglichen Betrieb zurück, doch wurde sie von Weißenfels als Lehrausbilderin abgeworben. Doch nach Heirat (1962) und der Geburt der ersten Tochter Viola (1963) kehrte sie nach Gleisberg zurück. Hier begann sie beim VEB Elektrowärme in der Produktion, wurde später als Lagerchefin eingesetzt und blieb 25 Jahre, bis 1989 die aufreibende Pflege der Eltern zum beruflichen Aussetzen zwang. Harry Reuß, Jahrgang 1940, stammt aus Weißenfels, wo er mit sechs Geschwistern aufwuchs. Nach achtjährigem Schulbesuch (bis 1954) ließ er sich zum Orthopädieschuhmacher ausbilden. Dann ging er kurze Zeit zur Armee, begann im Zivilleben dann beim Schuhkombinat VEB „Banner des Friedens“, wo er an der Betriebsakademie zum Meister der Schuhindustrie ausgebildet wurde. Ebenfalls als Lehrausbilder eingesetzt, lernte er seine spätere Frau kennen, wurde dann als Meister in der Produktion tätig. Mit dem Entschluss, den Familiensitz nach Gleisberg zu verlegen, musste er neue Herausforderungen suchen. Er startete hier im VEB Schmiedewerk Roßwein, wechselte aber bald zur Gleisberger Pappenfabrik, wo er sich vom Maschinenführer zum stellvertretenden Meister und letztendlich zum Betriebsleiter weiterentwickelte. Dafür wurde er an der Fachschule in Altenberg mit einem Direktstudium vorbereitet, 1971 als Ingenieurökonom für Zellstoff, Pappe und Papier abgeschlossen. Harry Reuß wurde stellvertretender Kombinatsdirektor und Leiter der Abteilung Planung und Arbeitsökonomie. 1976 kam der Ruf in die Kommunalpolitik, als stellvertretender Bürgermeister, ab 1979 als Bürgermeister fühlte er sich für Gleisberg verantwortlich. Im Januar 1990 entschloss er sich, das Amt abzugeben. Er war an der Gründung des Anzeigenblattes „Stadtanzeiger“ für sächsische Großstädte beteiligt und ein halbes Jahr stellvertretender Verlagsleiter. Tatkräftig unterstützt von seiner Frau und in Kooperation mit seinem Schwager etablierte er nun ein Imbissgeschäft in Dresden mit Filialen, u. a. in Meißen. Regina Reuß war ab 1991 Mitarbeiterin im Geschäft, übernahm es 1998 (bis 2002), als ihr Mann erwerbsunfähig wurde. Das Imbissgeschäft florierte zeitweilig hervorragend, bis es Konkurrenz für die Standorte gab. Dann entschieden sich die Eheleute aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig für den Ruhestand. Der Tochter Viola war 1977 noch Tochter Ivonne gefolgt. Die Wanderungen mit den beiden Enkeln sind schon seit vielen Jahren Familientradition. Inzwischen erfreuen auch zwei Urenkelkinder.
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