MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika Reisser
Die Bürgermeisterin
Ehrenamtliche Bürgermeisterin Ballstädt
99869 Ballstädt
Internet: www.ballstädt.de
E-Mail: info(at)gemeinde-ballstaedt.de
Am 17.11.2008 rückte das kleine Thüringer Dorf Ballstädt mit seinen
gut 700 Einwohnern für einen Tag lang ins öffentliche Medieninteresse
und mit ihm auch seine Bürgermeisterin Erika Reisser. Es ist der Tag,
an dem die Vodafone-Tochter Arcor das Dorf im Rahmen eines Pilotprojektes
mit modernster Breitbandtechnik versorgt, nachdem zuvor die
Gemeinde in Eigenregie die Leerrohre für die Glasfaserkabel verlegt
hat. Es ist eine von einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die in die Amtszeit
von Erika Reisser fallen und an denen sie im Interesse des Dorfes
mitgewirkt hat. Es dürfte auch ein glücklicher Tag für sie gewesen sein,
auch im Sinne ihrer eigenen Definition von Glück, indem dies für sie
bedeutet, gesund zu sein, um die gesteckten Ziele zu verwirklichen,
geachtet und geliebt zu werden.
1942 in Ballstädt geboren, besucht sie zunächst dort die Grundschule
und dann von 1956 bis 1960 in Gotha die Arnoldi-Schule, die sie mit
dem Abitur verlässt. Noch im Jahr 1960 heiratet sie, und ein Jahr später
bekommt sie ihr erstes Kind, drei weitere werden im Laufe der Zeit noch
folgen. Sie lernt Fotolaborantin und Fotografin bei der HO Industriewaren
und verbleibt dort auch bis zur Wende. Auch ihren Wohnsitz hat sie zu
der Zeit in Gotha. Nach der Wende bleibt auch sie vorübergehend nicht
von der Arbeitslosigkeit verschont und spürt zum ersten Mal das Gefühl,
nicht mehr gebraucht zu werden. Es erwächst eine tiefe Verbundenheit
zu den sozial Schwachen, die auch ihr heutiges Handeln als Bürgermeisterin
noch prägt.
Nach fast 30 Jahren in Gotha kehrt sie im Jahre 1998 nach Ballstädt
zurück, geht aber noch bis 2004 ihrer Tätigkeit bei Foto Porst in
Gotha nach. 2004 tritt sie als freier Wähler bei den Kommunalwahlen
an, erreicht Stimmengleichheit mit ihrem Mitbewerber, gewinnt die
Stichwahl und ist seitdem ehrenamtliche Bürgermeisterin. Mit viel Herz,
Engagement und so wenig wie möglich Bürokratie geht sie die Sache an
und, indem sie den Leuten zeigt, dass eine am Gemeinwohl orientierte
Solidargemeinschaft was erreichen kann, bewegt sie etwas. Seien es die
Rentnernachmittage, die Wandergruppe, der in eigener Regie geführte
Jugendclub, die Außengestaltung des Kindergartens mit Eltern und
Förderverein oder das mit viel Eigenleistung aller Vereine zum Gesamtensemble
hergerichtete alte Rittergut, es gäbe viel zu schreiben für das
Buch, das sie mal schreiben möchte.