MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Tilo Reuter

Wahre Liebe

Tilo Reuter
stellvertretender Schulrat i.R.

06217 Merseburg

Es gibt sie noch, die große Liebe, eine Liebe, die über den Tod des Partners hinaus reicht. Tilo Reuter hat sie gelebt. Lebt sie noch immer. Seine Gerda ist 2005 gestorben nach über 50 harmonischen Ehejahren, in denen sie 3 Kinder erzogen haben. 3 Mädchen sind es, Elvira, Antje und Dorothee. Nachgeborene sind es 6, 5 Enkel und Urenkel Leo, der mit 2 Jahren gerade die Welt entdeckt. Eine Welt, die sich sehr unterscheidet von der, in der seine Urgroßeltern aufgewachsen sind. Tilo war fast 17, als im Mai 1945 mit der Kapitulationsurkunde der Untergang des Naziregimes besiegelt und der 2. Weltkrieg beendet wurde. 10 Jahre Volks- und Mittelschule in seiner Heimatstadt Weißenfels hatte er da schon hinter sich. 2 Jahre waren es noch bis zum Abitur. Gerade damals wurden in der sowjetischen Besatzungszone Neulehrer gesucht, die frei waren von jedem faschistischen Gedankengut. Der junge Mann sah seine Chance und bewarb sich für ein entsprechendes Studium. Nach 2 Jahren war Tilo Reuter Lehrerbewerber und später Lehreranwärter. Er durfte in der Ober- und Unterstufe Geschichte und Deutsch unterrichten. Doch zuerst wurde der Neulehrer in einer eingliedrigen Landschule eingesetzt. Alle Schüler von der ersten bis zur achten Klasse saßen in einem Raum. Ihr Lehrer war für alle Unterrichtsfächer verantwortlich. Tilo Reuter bestand diese erste Bewährungsprobe. In einer mehrklassigen Schule in Delitzsch übernahm der junge kreative Pädagoge nun ausschließlich achte Klassen, die er in seinen Lieblingsfächern Deutsch und Geschichte unterrichtete. Nach drei Jahren als Direktor einer Grundschule und nach weiteren 3 Jahren Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin war Tilo Reuter das Diplom als Pädagoge überreicht worden. Nun wurde er zum stellvertretenden Kreisschulrat von Merseburg berufen und war für die Lehrerweiterbildung zuständig. Auf seinem Karriereweg war ihm Ehefrau Gerda, selbst Lehrerin und später Schuldirektorin, stets eine treue Begleiterin. Als erfahrener Pädagoge war Tilo Reuter als Gutachter in Prozessen gegen straffällige Jugendliche an den Gerichten in Gotha und Görlitz tätig. Ausgleich für die anstrengende Arbeit fand Lehrer Reuter im Schachclub Gotha, beim Lesen, Kochen, Essen und bei Reisen zu geschichtsträchtigen Orten. Immer ist er in seine Heimatregion zurück gekehrt. Hier lebt seine Familie, seine Freunde und Bekannten. Vor allem aber steht hier das Haus, das sich Gerda und Tilo Reuter gemeinsam erarbeitet haben und das unendlich viele Erinnerungen an eine große Liebe birgt.
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