MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus Reinecke

In der Ruhe liegt die Kraft

Klaus Reinecke

Schlosser
Poetenweg 65
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 38164

Seine Ausgeglichenheit ist eine der Stärken von Klaus Reinecke. Geboren wurde er am Tag vor Heiligabend 1948 in Kemberg. Er stammt aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater hatte keinen Beruf gelernt, seine Mutter schmiss den Haushalt mit insgesamt vier Kindern, von denen Schwester Ortrud für Klaus Reinecke zur besonderen Stütze wurde. Der junge Klaus besuchte die örtliche Polytechnische Oberschule (POS) bis zum Abschluss der 10. Klasse. Sein Wunschberuf Schlosser ließ sich verwirklichen, in der Zentralwerkstatt Gräfenhainichen konnte er nach zweieinhalb Jahren den Gesellenbrief ausgehändigt bekommen. Er wurde vom Betrieb (Teil der Braunkohletagebauindustrie) übernommen, musste dann seinen Armeedienst ableisten. Durch die Verpflichtung als Soldat auf Zeit konnte er die Unteroffiziersschule in Pinnow bei Schwedt besuchen und wurde drei Jahre bei den Flugabwehrraketentruppen am Standort Tramm in Mecklenburg eingesetzt. Dann kehrte der im Rang eines Unteroffiziers Entlassene zum VEB Zentralwerkstatt Gräfenhainichen (ab 1981 Teil des VEB Kombinat Anlagenbau Braunkohle Regis) zurück. Die ersten Jahre arbeitete er im Schichtbetrieb für die Zentralwerkstatt am Rand der Dübener Heide, doch als ein Gehörschaden eine Umsetzung notwendig machte, wechselte er von der Werkstatt in den Bereich Lagerwesen und Logistik, erwarb die Berechtigungen für Gabelstapler, beschränkte sich später wieder auf den Einsatz im Lager der nach dem Ende der DDR neu strukturierten Firma, die im Stahl- und Anlagenbau tätig war, ehe er im Jahr 2012 in den Ruhestand ging. Seit 1987 wohnt Klaus Reinecke in den bescheidenen Räumen, die ihm einst von der Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) zugestanden worden waren. Mit vielen Eigenleistungen in Aufbaustunden samt Einstandszahlung verbunden, fühlt er sich jedoch bis heute wohl zwischen diesen Wänden, die der stets Ledige sich selber wohnlich gestaltete und erhält. Aus einer früheren Beziehung stammt sein Sohn Sebastian, zu dem erst in dessen Erwachsenenjahren wieder ein Kontakt entstand, so dass auch für Klaus Reinecke die beiden Enkelkinder zur Bereicherung werden konnten. Klaus Reinecke hält sich heute vor allem mit Fahrradfahren fit, genießt Fernsehdokumentation von fernen Ländern und exotischen Tieren. Er, der zu DDR-Zeiten seine Verwandtschaft in der Bundesrepublik nie besuchen durfte, freute sich danach über die neuen Möglichkeiten, vor allem da sein Sohn inzwischen in Stuhr wohnt. Doch auch die Treffen mit der Familie des Sohnes im Elbsandsteingebirge gehören zu den erfreulichen Tagen seines einst von Arbeit geprägten Lebens.
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