MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut und Annelies Rein
Beständigkeit prägte ihr Leben
Diplomingenieur
Industrieschneiderin
Str. der Einheit 7
04741 Roßwein
Zwar wurde Helmut Rein 1936 in Döbeln geboren, doch wuchs er seit seinem 3. Lebensjahr in der Nachbarstadt Roßwein auf. Nur fehlte der Vater, erst durch den Einsatz im Krieg, nach seiner Rückkehr durch Scheidung der Eltern. So wurde die Mutter für den jungen Helmut und seine Schwester die prägende Person. Acht Jahre besuchte er die Roßweiner Schule, nach dem Abschluss 1950 begann eine zweieinhalbjährige Lehre als Fräser. Eigentlich sollte er in der örtlichen Textilmaschinenfabrik den Schlosserberuf ergreifen, doch als die Firma verlagert wurde, übernahm ihn das Schmiedewerk Roßwein zu Ausbildung. Danach arbeitete er dort im Vorrichtungsbau, entschloss sich aber bereits 1953 zum damals noch freiwilligen Dienst bei den Grenztruppen. Dort blieb er bis 1957, eingesetzt an der Grenze zur Tschechoslowakischen Republik, lernte da auch seine Frau kennen, gemeinsam agierten sie dort in einer Kulturgruppe. Zurück in Roßwein begann Helmut Rein wieder im VEB Schmiedewerk, besuchte drei Jahre in Abendkursen die Meisterschule. 1961 erhielt er seinen diesbezüglichen Abschluss, wurde danach in der Technologie eingesetzt. Von 1963 bis 1968 folgte ein Studium an der Technischen Hochschule im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz), das er als Diplomingenieur für Technologie des Maschinenbaus abschließen konnte. 1970 wurde er Leiter der Abteilung Konstruktion des Schmiedewerks. Als der Betrieb nach dem Ende der DDR 1991 abgewickelt wurde, verabschiedete sich Helmut Rein in den Vorruhestand. Als Vorsitzender der Gartengruppe „Am Weinberg“ (25 Jahre lang), bei der Aneignung und Beschäftigung mit Computertechnologie und beim Hausbau der Söhne gab es immer weiter genug zu tun. Seit 1958 steht Frau Annelies an seiner Seite. Sie wurde als Annelies Bräuer 1940 im erzgebirgischen Hermsdorf geboren, wuchs mit vier Geschwistern auf. Acht Jahre besuchte sie die Schule in Rehefeld. Sie arbeitete danach in einer Fleischerei, zog mit siebzehn Jahren zu ihrem Helmut nach Roßwein, begann dort beim VEB Jugendmode, konnte auf der Abendschule einen Facharbeiterabschluss als Industrieschneiderin erwerben. Sie arbeitete an den Maschinen in der Endfertigung und wurde 1987 auf Grund langjähriger Betriebszugehörigkeit zum Meister befördert. Ab dem Zeitpunkt leitete sie bis 1992 das Kollektiv der Endfertigung. Sie blieb bis 1992 im Betrieb, der zuletzt Roßweiner Bekleidungs GmbH hieß, aber keine Zukunftsperspektive mehr bieten konnte. Weiterbildungen, Arbeit im Schuhhandel und in einem Kindergarten boten kurzzeitige Aufgaben, mit 60 Jahren ging sie in den Ruhestand. Seit 1961 gehört Sohn Mathias zur Familie, 1963 folgte Sohn Stefan. Die Ehepartner erfreuen sich inzwischen an fünf Enkeln und den ersten Urenkeln. Beim Turnen und Schwimmen halten sie sich regelmäßig fit.