MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Diethelm Reinhold

Trotz Ärgernissen übernahm er Verantwortung

Diethelm Reinhold

Tischlermeister / ehemaliger Inhaber einer Tischlerei
07950 Zeulenroda-Triebes

Diethelm Reinhold wohnt in dem Haus, in dem er 1937 das Licht der Welt erblickte. Autoschlosser wollte er werden. Aber Vater Manfred meinte, Tischler wäre besser. Der Sohn wagte nicht zu widersprechen. Also erlernte er diesen Beruf, nicht irgendwo, sondern in der väterlichen Werkstatt im thüringischen Triebes. „Es ist nicht immer vorteilhaft, eine Lehre in der Familie zu absolvieren. Mein Vater war ziemlich streng. Außerdem wird man betriebsblind. Es kann nicht schaden, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken, um zu erfahren, was machen andere Tischler anders oder besser“, meint Diethelm Reinhold. Er blieb als Geselle beim Vater, legte 1958 die Meisterprüfung ab, baute Kleinmöbel, Schrankwände, Ladeneinrichtungen. Auch Ehefrau Ingrid half mit. 1972 sollte Diethelm Reinhold den kleinen Familienbetrieb übernehmen. Aber das war schwieriger als gedacht. „Die SED-Oberen förderten die Leute, die sich selbstständig machen wollten, so gut wie nicht. Das entsprach nicht den Interessen des Sozialismus. Also schrieb ich eine Beschwerde an das Zentralkomitee der SED, an die Abteilung Staat und Recht, und bekam Recht. Ich durfte die Tischlerwerkstatt meines Vaters weiterführen“, schmunzelt Diethelm Reinhold. Nach der Wende 1989 wurde alles anders. Plötzlich wollte keiner mehr Schrankwände und andere Möbel aus der Region haben. Eine Abbestellung nach der anderen flatterte ins Haus. Guter Rat war gefragt. „In dieser schweren Zeit fertigten wir Fenster, Türen und Deckenverkleidungen an und bauten sie bei den Kunden ein. Die großen Schrankwände sind ohnehin aus der Mode gekommen; die Nachfrage nach kleineren Möbelstücken ist größer geworden“, erzählt Diethelm Reinhold. 2000 machte er schließlich die Werkstatt dicht und ging in Rente. Niemand in der Familie wollte den Betrieb und damit Eigenverantwortung übernehmen. Das unternehmerische Risiko war offenbar zu groß. Nun bleibt Diethelm Reinhold Zeit für das Fahren mit dem Rad, Moped, Motorrad und Auto. Außerdem wandert er gern in den Bergen, entweder in der Gruppe oder mit seiner Ingrid, mit der er seit über 51 Jahren verheiratet ist. Und ständig ist er auf der Suche nach seltenen Fotomotiven. Die Natur und Tiere haben es ihm angetan. Erst seit wenigen Jahren beschäftigt sich Diethelm Reinhold mit Computern. Zu Hause fühlt er sich am wohlsten. Gesundheit und Frieden sind seine größten Wünsche.
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