MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Annemarie Bornhardt

Lernen, lehren, leben

Annemarie Bornhardt

Grundschullehrerin
99885 Ohrdruf

Herausforderungen ist Annemarie Bornhardt noch nie im Leben ausgewichen. Neugier und Berufsethos beim Einsatz für den Nachwuchs prägten das Leben der 1954 geborenen Ohrdruferin. Von 1961 bis 1971 besuchte sie selbst die örtliche Polytechnische Oberschule (POS). Schon früh stand fest, dass sie einmal den Lehrerberuf ergreifen wollte. Erste Erfahrungen im Umgang mit Jüngeren sammelte sie bei der außerunterrichtlichen Freizeitgestaltung (den sogenannten Pioniernachmittagen) und vor allem als Übungsleiterin in der Leichtathletik. Vier Jahre dauerte ihre Ausbildung am Institut für Lehrerbildung in Eisenach. 1975 war sie als Lehrerin in der Unterstufe fit für die Fächer Deutsch, Mathematik, Schulgarten, Heimat- und Sachkunde. Nur, dass bei der Vermittlung keine passende Stelle im Grundschulbereich frei war und sie gebeten wurde, im südlich von Ohrdruf im Thüringer Wald gelegenen Luisenthal in der 5. und 6. Klasse zu unterrichten. An der Luisenthaler Schule blieb sie bis 1991, gab später auch Geographieunterricht bis zur 10. Klasse und vermittelte Kenntnisse in der russischen Sprache. Ab 1983 war sie zudem als stellvertretende Schulleiterin für die außerunterrichtliche Freizeitgestaltung verantwortlich. Zwar konnte sie nach dem Ende des DDR-Schulsystems 1991 viel mehr ausprobieren, kreativ sein, doch war zugleich die reduzierte Intensität der Wissensvermittlung ein Verlust. Annemarie Bornhardt wurde als Lehrkraft vom nunmehr Thüringer Ministerium bestätigt, wechselte – aber ohne Leitungsverantwortung – an die Ohrdrufer Grundschule. Die Arbeit mit den Klassenstufen 1 bis 4, für die sie ursprünglich ausgebildet worden war, wurde jedoch zur deutlichen Umstellung, der sie sich mit Engagement stellte. Aufgrund kinderschwacher Jahrgänge wurde sie zwischenzeitlich an der Regelschule in Catterfeld wieder für die 5.-8. Klasse eingesetzt, zudem erwarb sie ein Zertifikat, um in unteren Klassen nun auch Ethikunterricht geben zu können. Ein Jahr wurde sie noch an der Regelschule in Ohrdruf gebraucht, um den Deutschunterricht absichern zu können, einen Jahrgang als Klassenlehrerin zu führen. Seit dem Jahr 2001 bis zum Renteneintritt im Sommer 2018 galt aber an der Grundschule ihr Einsatz wieder den Jüngsten. Nach dreiundvierzig Jahren als geschätzte Pädagogin, ein Jahr hatte sie über das Pensionsalter hinaus gewirkt, genießt sie nun die ruhigeren Zeiten des Lebens. Die geschiedene Mutter eines Sohnes (Marc, Jahrgang 1975) erfreut sich an der ersten Enkeltochter und darf dem Garten jetzt mehr Aufmerksamkeit widmen.
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