MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Theo Bormann

„Man muss das Leben nehmen wie es kommt.“ (Theo Bormann)

Theo Bormann

Betriebsschlosser, Anlagenfahrer
99094 Erfurt OT Hochheim

Theo Bormann kam 1954 als Hausgeburt im heutigen Nachbarhaus zur Welt. Er wuchs inmitten der elterlichen Landwirtschaft auf, erlebte die Wandlungen, denen diese ausgesetzt war. Den Fortgang der Kollektivierung, der Übergang des Privatbesitzes in das Genossenschaftseigentum mit den LPG-Typen I und III nahm er wahr. Auch, dass die Eltern angehalten waren den eigenen Nachwuchs der Arbeit in der Landwirtschaft zuzuführen. Weil er gerne einen handwerklichen Beruf lernen wollte, entschloss er sich im VEB Erfurter Mälzerei und Speicherbau Schlosser zu lernen und dann im Siloanlagenbau zu arbeiten. Ein Jahr nach Ende der Lehrzeit wechselte der Jungfacharbeiter in den VEB Getreidewirtschaft. Nun in Montage und Wartung tätig, konnte er sein praktisches Können erweitern – unterbrochen von der Wehrpflicht. Bis zur Wende blieb er so tätig. Er trug Verantwortung als Leiter einer Reparaturbrigade. Mit Umstrukturierung des Betriebes wurden er und ein Elektriker übernommen um den Betrieb produktionsmäßig aufrecht zu erhalten. 1992 folgte die Privatisierung der Firma zur „deuka Futtermittel“ Theo Bormann wurde wieder übernommen, blieb in gleicher Funktion tätig. Im März 1997 erlitt er einen Betriebsunfall (Oberschenkelhalsbruch). Als die Firma kurz darauf mit dem Arbeitskräfteabbau begann, regte sich bei Theo Bormann die leise Ahnung, er könne betroffen sein wäre er länger krank. Vorzeitig nahm er stundenweise die Arbeit wieder auf. Doch sein Einsatz wurde nicht belohnt. Er erhielt die Kündigung, wurde am 30.09.1997 in eine Auffanggesellschaft überstellt mit der Aussicht auf Wiedereinstellung bei Bedarf. Schnell merkte er, dass die Hoffnung darauf unrealistisch war und suchte eine andere Arbeitsstelle. Im Flugzeugbau fand er neue Herausforderung Er komplettierte fortan Bausätze für Kleinflugzeuge. Nach drei Jahren ging diese Firma in die Insolvenz, er wieder in die Arbeitslosigkeit. 2001 hatte er das Glück als Anlagenfahrer im Schichtsystem wieder in seine vorherige Firma zurückkehren zu können und konnte bis zum Renteneintritt im Sommer 2017 so tätig bleiben. Heute weiß er, wenn nicht Angst vor Entlassung ihn damals trotz Krankheit in die Arbeit zurückgedrängt hätten, wäre er nicht vom damaligen Stellenabbau betroffen worden und hätte durchgehend Beschäftigung im gleichen Betrieb gehabt. Aber so ist das eben.... Ehefrau Gisela (Hochzeit 1977) hatte in der DDR eine Lehre zum Finanzprüfer gemacht und später ein Ökonomiestudium abgeschlossen. Der Abschluss wurde nach der Wende anerkannt, sie blieb im Finanzamt tätig (Betriebsprüferin) und wurde 1994 verbeamtet. Heute ist sie ebenfalls im Ruhestand. Die Söhne Marcus (geb. 1978) und Tobias (geb. 1983) haben beide den Tischlerberuf gelernt und indessen für drei Enkelkinder gesorgt. Theo Bormann ist glücklich über seine Familie und stolz sein Arbeitsleben gut bewältigt zu haben. „Man muss das Leben nehmen wie es kommt“ sagt er und wie wichtig es war und ist sich immer der Unterstützung seiner Frau gewiss sein zu können. Beide betreiben Wassersport, Camping und haben Spaß an der Kleintierhaltung zur Selbstversorgung. Nun noch gesund alt werden, dann ist alles im Lot!
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