MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Herbert und Elisabeth Bode

Leben und Leidenschaft

Herbert und Elisabeth Bode

Rheinstr. 47
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 617871

Als einer von drei Söhnen 1936 geboren, waren Kindheit und Jugend des jungen Herbert geprägt von der Kriegs- und Nachkriegszeit. Die Familie war ausgebombt, der Vater gefallen und die Mutter musste ihre drei Kinder alleine durch die schweren Zeiten bringen. So fiel, trotz guter Leistungen und eigenem Willen, der Besuch der Oberschule aus, wurde eine Lehre zum Chemiefacharbeiter aufgenommen. In einer Zeit des Fachschulaufbaus in der DDR erschloss sich für ihn jedoch trotzdem eine Chance auf Weiterentwicklung: Nach Besuch der Ingenieurschule hatte der junge Mann mit 19 ½ Jahren sein Ingenieurspatent in der Tasche und wurde ins Reifenwerk Riesa vermittelt. 1957 wechselte er in die Filmfabrik Wolfen. Ein Jahr später lernte er seine Frau Elisabeth kennen, 1961 wurde geheiratet. Die Söhne Mathias (geb. 1963, selbstständig) und Christoph (geb. 1969, selbstständig) vervollständigten die Familie und sorgten indessen für drei Enkelkinder. Beruflich als Technologe auf dem Perlongebiet beginnend, wurde Herbert Bode später Leiter der Technologischen Abteilung, stellvertretender Betriebsleiter, Betriebsleiter (Viskosefaserfabrik) – innerhalb der Betriebszugehörigkeit von 1957–1990. Der Wende und der Auflösung der Strukturen fiel auch die Viskosefabrik zum Opfer, die als veraltet und gesundheitsschädigend galt. „Am 21.12.1989 wurde die letzte Charge gefahren, dann haben wir den Betrieb nur noch geputzt und saubergemacht“, erzählt Dr. Herbert Bode, der mittels eines Fernstudiums an der Universität Leipzig 1963 sein Diplom erlangt und 1970 promovierte hat. Neue Herausforderungen suchend und seit 1970 in Dessau wohnend, erhielt er die Chance das Dessauer Umweltamt aufzubauen und zu leiten, wurde zwischenzeitlich stellvertretender Dezernent. In der Fachgruppe „Geschichte der Chemie“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker war er Mitbegründer der „Zeitzeugen der Chemie“, leitete diese Gruppe zwei Amtsperioden und war Herausgeber der „Zeitzeugenberichte“. Er schrieb für das Buch „Aufstieg, Fall & Neubeginn“ des Kapitel „Chemie, Pharma und Textil, gab mit seinem Kollegen Dr. Schwalbe das Buch „Dessau Portrait einer Stadt heraus, verfasste mehrere Hefte der Reihe „Aus der Geschichte der Filmfabrik“ und andere Publikationen. In einer Vorlesungsreihe an der Fachhochschule Anhalt gab er als Dozent seine Kenntnisse zur Entwicklung des Umweltschutzes und den gesetzlichen Grundlagen weiter. All das machte den Übergang in das Rentendasein einfacher. Ehefrau Elisabeth, 1938 als Tochter einer Fleischermeister-Familie geboren, wurde nach dem Abitur nicht zum Medizinstudium zugelassen, weil der Vater wegen seiner Fleischerei als Kapitalist galt. Während der Bewerbungszeiten arbeitete sie bereits in Kliniken, besuchte dann die Medizinische Fachschule und erlangte das Schwesternexamen. Eine Entbindungsstation und eine Kinderkrippe waren die Arbeitsplätze bis zur Geburt des ersten Sohnes. Nach der Babypause absolvierte sie einen Schreibmaschinenkurs um eine arbeitszeitfreundlichere und dem Wohnort nähere Tätigkeit als Sekretärin beim Kreisapotheker anzunehmen. Mit der Wende wechselte sie in das Impfwesen beim Amtsarzt der Stadt Dessau, blieb bis zur Rente so tätig. Zu sehen wie sich Söhne und Enkel entwickeln, es der Familie gut geht, ist für Familie Bode Glück. Beide lesen viel und gerne, wünschen sich Gesundheit und Stabilität um gemeinsam noch viel erleben zu können.
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