MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ulrich Bornschein
Das Leben nehmen, wie es ist
Dipl.-Ing. (FH) für Schwermaschinenbau
06118 Halle
Ulrich Bornschein ist zufrieden und ausgeglichen, auch wenn sein Leben nicht immer so verlief, wie er es sich gewünscht hätte. Am 11.08.1935 wurde er in Oppin geboren. Nach der 8. Klasse absolvierte er eine Ausbildung zum Schlosser beim RAW Halle und arbeitete noch für ein weiteres Jahr dort. 1953 wechselte er zur Post in die Kfz-Werkstatt, qualifizierte sich zum Autoschlosser weiter. Doch er fühlte sich nicht ausreichend gefordert. Schon seit längerer Zeit spielte er mit dem Gedanken, ein Ingenieurstudium zu beginnen. Aber als Sohn eines Großbauers wurde ihm die Möglichkeit, das Abitur zu machen, verwehrt. Er wusste sich zu helfen und besuchte gemeinsam mit einem Freund einen Vorbereitungslehrgang für die Ingenieurschule bei der VHS. Danach wurde er Fernstudent an der Ingenieurschule Magdeburg, wechselte später nach Meißen ins Direktstudium. 1959 schloss er ab – und heiratete. Aus der Ehe gingen Tochter Uta und Sohn Gerald hervor, doch 1965 folgte die Scheidung. Die Kommunikation mit seiner Ex-Frau war immer schwierig, aber er hielt den Kontakt zu seinen Kindern. Beruflich ging es beim Dampfkesselbau Hohenthurm weiter. Aufgrund eines Augenfehlers musste er nicht zur Armee. 1963 fing er in Leuna im Konstruktionsbüro an. Seine Aufgaben im Fachgebiet Kesselbau haben ihm sehr gefallen, als Gruppenleiter für Dampferzeuger hat er viele Verbesserungsvorschläge eingereicht und gemeinsam mit seinen Kollegen so manchen Wettbewerb gewonnen. Er lernte eine neue Frau kennen, bekam er einen weiteren Sohn: Stefan. Doch auch diese Beziehung scheiterte nach 14 Jahren. Als die Leunawerke nach der Wende aufgelöst wurden, nahm er 1991 das Angebot für den Vorruhestand an. Doch die Sorge, dass ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fallen könnte, war unbegründet: Der Sohn eines Freundes, Inhaber einer Heizungsbaufirma, suchte Unterstützung für die Anlagenberechnung und Projektierung. Ulrich Bornschein arbeitete bis 2001 auf Honorarbasis und hat auch diese Zeit in sehr guter Erinnerung. Privat musste er einen schweren Verlust erleiden, als sein Sohn Gerald sich das Leben nahm. Seine innere Stärke half ihm, die Zeit danach zu überstehen. Er hat sich immer wacker durchgekämpft. Seine Freizeit verbringt er heute sehr gerne in seinem Garten, seiner „Haupt-Erholungsidylle“. Seit vielen Jahren lebt er mit Elsa zusammen, die beiden haben sich durch ihre Arbeit bei den Leunawerken kennengelernt. Leider ist Elsa inzwischen pflegebedürftig. Früher hat Ulrich Bornschein Klavier gespielt, seit 2000 ist er Mitglied des A-Cappella-Chors Halle. Seine Sangesfreunde sind auch zu seinem 80. Geburtstag eingeladen, zu dem er insgesamt 60 bis 70 Gäste erwartet.