MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter Bokum

Von Generation zu Generation dem Bergbau verschrieben

Peter Bokum
Dipl.-Bergbauingenieur

08056 Zwickau

Peter Bokum, am 30.04.1933 in Rußdorf als Bergmannssohn geboren, folgte der Fährte des Vaters. Von Generation zu Generation wurde der Beruf fortgesetzt, doch Peter Bokum folgte nicht nur Althergebrachtem. Es war der eigene Wunsch, dieser Profession treu zu bleiben. Nachdem er das Abitur abgelegt hatte, besuchte er somit die Bergbauakademie Freiberg und widmete sich seinem Studium für Bergbau und Tiefbau. Als erste Arbeitsstelle wählte er das Steinkohlenwerk „Karl Marx“ aus, an welchem er als Assistent sowie später als Steiger im Schichtbetrieb tätig wurde. Mit Wechsel zum VVB Steinkohle, stieg er in den Verwaltungssektor ein und zeichnete verantwortlich für die gesamte Technik im Steinkohlenbergbau unter Tage. Mit Bestürzung verfolgte er 1960 das entsetzliche Grubenunglück mit 123 Toten. Zahlreiche Untersuchungen durch Regierung und Staatssicherheit konnten die Katstrophenursache nie restlos zutage fördern. Nur Mutmaßungen konnten angestellt werden. Die Trauerrede hielt, auch unter Anwesenheit von Dr. Dieckmann, Otto Grotewohl – damaliger Ministerpräsident der DDR. Peter Bokum litt mit, die betroffene Abteilung kannte er gut. Bis 1978 kümmerte er sich innerhalb der Verwaltung um den gesamten Bergbau der DDR. Als gleichen Jahres keine Steinkohle mehr gefördert wurde, setzte er seinen Weg in der Kokerei „August Bebel“ in Zwickau fort. Die benötigte Kohle stammte vordergründig aus Schlesien. In den 80er Jahren wurde die Kokerei erweitert. Neue Technik zur Füllgasentstaubung wie -verbrennung wurde aus dem Westen importiert und auch der diplomierte Bergbauingenieur ging fortan neuen Aufgaben im technischen Aufgabenkreis nach. Schlimmste Emissionen waren dennoch nicht vermeidbar und die Schließung der Kokerei betrachtet er noch heute als Segen für Zwickau. Bis zum Schluss der Verkokung 1993 war er selber dort tätig und begab sich aufgrund der Folgen eines Herzinfarktes in Rente. Einst Mitglied des Steinkohlenbergbauvereins, galt er in der Freizeit als Freund des Reisens und Wanderns. Gegenden kennen lernen wollend, erwanderte er u. a. das Mittelsächsische Hügelland oder das Muldental an der Zwickauer Mulde. Krankheitsbedingt interessierte heute eher die Historie Mitteldeutschlands. Nach dem Tod seiner ersten Frau Maria war Peter Bokum seit 1989 mit seiner Ilona verheiratet. Natürlich war auch deren Vater im Bergbau beschäftigt und somit lebte das Paar im Haus seiner Frau und selbstverständlich innerhalb einer alten Bergbausiedlung – bis Peter Bokum im Sepetember 2015 verstarb.
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