MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Günter Bornschein

Thüringer „nasser“ Kuchen – die Spezialität des Hauses

Hans-Günter Bornschein
Bäckermeister

August-Bebel-Str. 6
99996 Menteroda
Fon: 036029 / 84478

Das Leben geht manchmal eigensinnige Wege. Dies hat auch Hans-Günter Bornschein, geboren am 15.03.1944 in Menteroda, zu spüren bekommen. Eine seiner herausragenden Eigenschaften half, nicht den Kopf in den Sand zu stecken – seine unglaubliche Nervenstärke. Sie half ihm über schwere Zeiten hinweg. Vor allem aber stand Ehefrau Ellen unverbrüchlich an seiner Seite und Hans-Günter Bornschein ist froh, eine derart liebe und zuverlässige Partnerin in ihr gefunden zu haben. Sein Großvater Karl, aus Eisenberg stammend, bekam 1905 die Chance, in Menteroda eine eigene Bäckerei zu bauen. 1925 konnte dessen Sohn Alfred die Gemeindebäckerei im Ort zur Pacht übernehmen. Als der Großvater in den 30er Jahren aus Altersgründen sein Geschäft aufgab, zog der Sohn in dessen Bäckerei. Beim Vater erlernte Hans-Günter Bornschein seinen Wunschberuf: Bäcker. Er absolvierte von 1959/62 die Lehre, arbeitete anschließend dort als Geselle und begab sich 1964 in die Selbstständigkeit. Er nutzte das Angebot die Gemeindebäckerei des Ortes zu übernehmen, die sein Vater bereits früher einmal geführt hatte. 24 Monate danach erhielt er auch seinen Abschluss sozusagen als frisch gebackener Meister. Trotz der finanziellen Belastung der Pacht, erwarb er alle Maschinen käuflich und zauberte Dank ihnen die leckersten Köstlichkeiten. Buttercremetorten sowie Thüringer „nasser“ Kuchen (z. B. Mohn-, Quark- oder Stachelbeerkuchen) gingen, um nochmals eine Redensart zu bemühen, weg wie warme Semmeln. Ansässig in der Nähe der Schule, ergänzten die Kinder ihr Frühstück gern um frisches Gebäck. Nicht nur für sie, sondern für die gesamte Kundschaft, gab Ehefrau Ellen im Verkauf mit Freundlichkeit und Wärme ihr Bestes. Inzwischen hatte auch Sohn Uwe den Bäckerberuf in Mühlhausen erlernt und arbeitete nun als Geselle im familiären Handwerksbetrieb mit. Er erwarb sogar noch seinen Meisterbrief, musste aber dann auf Grund einer Mehlallergie ausscheiden. Damit war die Nachfolge in bereits 4. Generation nicht mehr gegeben und Hans-Günter Bornschein gab sein Geschäft Mitte 1989 letztlich auf. Glück hatte er dennoch. Ein Berufskollege stellte ihn in seiner Bäckerei ein. Bis zum Renteneintritt 2009 konnte er in Ebeleben weiter seinem Handwerk nachgehen.
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