MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christiane Bornemann-Urban

Mit der Gemeinde wie in einer Familie zusammen leben

Christiane Bornemann-Urban
Pfarrerin i. R.

Charles-H.-King-Straße 23 14163 Berlin-Zehlendorf Fon: 030 / 30614118

Warum entscheidet sich ein Mensch für das Theologiestudium und später für die Tätigkeit als Pfarrerin und Seelsorgerin? Bei Christiane Borneman war es zum einen der Vater, der in Fürstenwalde als Pfarrer und später als Superintendent tätig war und zum zweiten das eigene Interesse an theologischen und philosophischen Fragen, ohne dass sie zunächst daran dachte, später einmal selbst auf der Kanzel zu stehen. Die junge Frau studierte ab 1974 in Ost-Berlin und in Naumburg an der Saale, lernte in dieser Zeit ihren späteren Mann kennen und folgte ihm Anfang der siebziger Jahre in den Westen. Christiane Bornemann holte an der Kirchlichen Hochschule in Zehlendorf ihre restlichen Examina nach, absolvierte das Vikariat und das Predigerseminar und war ab 1978 30 Jahre an der Epiphanienkirche in Charlottenburg tätig. Hier lernte sie den Zusammenhalt der Gemeinde schätzen, der vor allem in schwierigen Situationen Trost und Geborgenheit vermittelte. Außerdem war sie beeindruckt vom großen kulturellen Engagement des Kantors Gottfried Matthaei. Als Ausbildungsleiterin für junge Vikarinnen und Vikare liebte Christiane Bornemann die Zusammenarbeit mit jungen Leuten, von denen sie sich stets anregen ließ, eigene Positionen kritisch zu reflektieren und offen für Neues zu sein, was sich dann sehr oft zu eigenen produktiven Ideen entwickeln konnte. Auch die Arbeit mit den Konfirmanden wuchs der Pfarrerin sehr ans Herz. Sie empfand es als eine sehr reizvolle Aufgabe, jungen Menschen in der schwierigen Phase des Erwachsenwerdens beizustehen, Selbstvertrauen aufzubauen und dabei den Glauben als Quelle der Kraft und der Freude darzustellen. Als besonderer Motivationsschub erwies sich hierbei das so genannte Teamermodell, bei dem ältere Konfirmanden den Jüngeren zur Seite standen und ihnen auch Vorbild waren. Dazu kamen die Kontakte zu den unterdrückten Glaubensbrüdern in Osteuropa vor 1989 und die Zusammenarbeit mit der katholischen Nachbargemeinde St. Kamillus. Christiane Bornemann übt ihren Beruf auch nach der Pensionierung im Ehrenamt mit sehr viel Freude aus. Ihr geht es vor allem darum, das Christentum als eine Quelle von Freude und Freiheit und nicht von Zwang und Gesetz zu vermitteln. Unter dem Motto „Wir sind Kirche“ sollen sich vor allem die Gemeindemitglieder mit ihren Ideen und Begabungen einbringen. Dass dazu auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit, ja sogar das Werben für die Kirche gehört, das hat sie von Gottfried Matthaei gelernt.
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