MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Helga Regner

Ihr Herz hängt an Venedig

Helga Regner

Fachärztin für Chirurgie
07548 Gera

Blickt Helga Regner aus Gera auf ihr Leben zurück, sagt sie: „Neben der Arbeit stand Reisen immer im Vordergrund“. Schon zu DDR-Zeiten hat die promovierte Fachärztin für Chirurgie, die mit dem Fahrlehrer Werner Regner (Inhaber einer Fahrschule) von 1967-2005, seinem Todesjahr, verheiratet war, viele Länder bereist. Mit ihrer Familie ist sie mit dem Auto sogar bis ans Schwarze Meer in Urlaub gefahren. In privaten Unterkünften und auf Zeltplätzen verbrachte das Ehepaar mit seinen beiden Kindern Jens (geboren 1967) und Julia (geboren 1970) unter anderem im heutigen Tschechien, in Ungarn, Rumänien und Bulgarien die Ferien. Alles was DDR-Bürgern an Reisezielen zugänglich war, wurde „abgegrast“. Heute liebt sie Italien mit seinen Landschaften und Bauwerken. Venedig liegt ihr besonders am Herzen, bekennt Dr. Helga Regner. „Ich würde mich heute noch dort zurechtfinden“, erklärt die Thüringerin, die vier Enkel und drei Urenkel hat und noch immer Auto fährt. Die Tochter einer Kindergärtnerin und Lehrerin und eines Finanzbeamten erblickte 1934 in Ilmenau das Licht der Welt. 1939 zog sie mit ihren Eltern nach Saverne im Elsass, der Heimat ihres Vaters. Er war Straßburger, aber während dieser Zeit Deutscher und hat im Finanzamt gearbeitete. 1940–1944 besuchte Helga im Elsass die Schule. Die Familie kehrte 1945 nach Deutschland zurück und kam durch Bekannte nach Gera. 1952 legte Helga das Abitur ab und begann anschließend ein Medizinstudium an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Es war eine harte Zeit, was das Finanzielle betrifft, aber dennoch wunderschön, schildert die Ärztin ihre Erinnerungen. Mit 23 Jahren promovierte Helga Regner und sie wollte gern in Gera arbeiten, wurde aber 1958 nach Ronneburg geschickt. Sie blieb an dem kleinen Krankenhaus drei Jahre und setzte ihre Facharztausbildung kurz vor dem Mauerbau 1961 in Gera fort. 1964 war sie als Oberärztin wieder am Ronneburger Krankenhaus beschäftigt. Die Dienste dort ließen sich nicht mehr mit ihrem Privatleben vereinbaren, denn Helga Regner war inzwischen Mutter von zwei kleinen Kindern. Ab 1970 arbeitete sie nun als Betriebsärztin im Ronneburger IFA Fahrzeugwerk – bis zur Wende. Ihr Patienten-Stamm, den sich Dr. Helga Regner aufgebaut hatte, folgte ihr auch in die eigene Niederlassung. Nach der Wende. 1990–2001 betrieb sie eine Praxis für Allgemeinmedizin in Ronneburg. Mit 66 Jahren ging sie in den Ruhestand, nachdem sie ihre Praxis an einen Nachfolger übergeben hatte. Während ihres Berufslebens nie krank gewesen, wurde eine schwere Herzerkrankung festgestellt. Große Spaziergänge und lange Fahrradtouren sind ihr deshalb nicht mehr möglich, aber Dr. Helga Regner geht jede Woche eisern ins Fitness-Studio. Sie liest gern und verreist auch noch, jetzt in Regionen in Deutschland, z. B. das Rheinland oder den Leipziger Zoo, Lüneburg und ähnliches. Ihr Wunsch ist, noch lange geistig und körperlich fit zu bleiben.
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