MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ursula Reimann
„Immer positiv denken!“
Wirtschaftskauffrau und Rechtspflegerin
08066 Zwickau
Ein wichtiger Aspekt, das Leben auch im Alter glücklich und zufrieden gestalten zu können, ist Aktivität. Schon während des Berufslebens war der Alltag von geistiger Beweglichkeit, Regsamkeit und Vorwärtsstreben geprägt. Heute erhalten ihre Tage durch Freizeitsport Struktur. Ursula Reimann, geboren am 17.01.1941 in Dresden, betreibt Nordic Walking sowie Gerätetraining im Sportpark. Für Geistessport sorgt Lektüre. Sie liest gern und viel, geht besonders bei Krimis den Tätern auf die Spur, doch auch so manchem Reisebereicht sieht sie mit Interesse entgegen.
Aufgewachsen während des Krieges, bemerkt sie, dass viele Erinnerungen aus dem Kindesalter im Laufe der Zeit verloren gehen. Die Angriffswellen insbesondere auf Dresden allerdings haben sich im Gedächtnis eingegraben und sie ergänzt: „So etwas vergisst man niemals.“
Sie widmete sich ihrem Schulbesuch und da ihr Vater – Polizeiangestellter – 1953 nach Zwickau versetzt wurde, absolvierte sie ihre Lehre zum Dreher dort. Für zwei Jahre folgte sie der Initiative „Jugend-aufs-Land“, begann anschließend in einem Notariat und wechselte zur Staatsanwaltschaft. Eine Zweitausbildung über Abendschule beendete sie als Wirtschaftskaufmann, stieg zur Leiterin der Informationsstelle auf und wurde somit Chefin der Büroschreibkräfte.
Nach der deutschen Vereinigung arbeitete sie als Rechtspflegerin für die Strafvollstreckung, absolvierte mit 60 Jahren noch ein adäquates Studium und ist sehr stolz darauf, die Ausbildung in diesem Alter noch in Angriff genommen zu haben. Die Gesetze zu kennen, war für ihre tägliche Arbeit unabdingbar. U. a. musste sie Anzeigen aufnehmen oder die Urteile für Strafgefangene zeitlich wie organisatorisch umsetzen. Täglich hatte ihr Büro von 7 – 16 Uhr offen zu stehen. Abverlangt wurden ihr dabei Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Problemlösungsbereitschaft, doch ebenso Sozialkompetenz. Ursula Reimann hatte enorme Freude an diesen hochinteressanten Tätigkeiten. Mit 63 Jahren ging sie in Rente.
Ihre Ehe wurde 1973 geschieden, doch diese Partnerschaft bescherte ihr drei wunderbare Töchter. Angelika ist momentan zu Hause und Kerstin arbeitet in der Zweigstelle eines Zulieferungsbetriebes für Daimler bei Karlsruhe. Doreen erlernte einst einen landwirtschaftlichen Beruf und lebt heute in Bayreuth.
Ihr Wunsch geht dahin, dass es ihren Töchtern, drei Enkeln, einem Urenkel und nach Bandscheiben- wie Herzoperation auch ihr selbst gut gehen soll. Ihr Ratschlag dabei ist: „Immer positiv denken!“