MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Käte Ranft
Das Frühbeet ruft auch noch im hohen Alter
Gärtnerin
Obere Hauptstr. 98
09232 Hartmannsdorf
Bereits 1889 wurde die Gärtnerei von Käte Ranfts Großeltern begründet. Über einhundert Jahre wurde hier gepflanzt, gezogen, veredelt, verkauft. Früh war der jungen Frau klar, dass sie einstmals in die Familientradition einsteigen würde, der Traum, Apothekerin zu werden, währte nur kurz. Als einziges Kind ihrer Eltern kam sie 1932 schon in Hartmannsdorf zur Welt. Mit Unterbrechungen im Krieg besuchte sie die örtliche Schule von 1938–1946. Da der Vater zur Wehrmacht eingezogen war, musste die Mutter in jenen Jahren den Betrieb allein bewältigen. Da hatte die junge Käte mit anzupacken, schleppte Gießkannen, lernte zeitig in den Gewächshäusern zur Hand zu gehen, für die Veredelung der Gewächse der Baumschule das richtige Händchen zu haben. Nach Schulabschluss wurde der elterliche Betrieb zu ihrer Berufung, später durch einen in Chemnitz erworbenen Abschluss als Facharbeiterin bestätigt. Seit der Heirat 1955 stand ihr Günter Ranft zur Seite, der – aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie stammend – sich voll auf die Gärtnerei einstellte, den entsprechenden Meisterabschluss machte, auch wenn seine Eltern den Wechsel, die Abkehr von bäuerlicher Wirtschaft mit Bedauern sahen. Mitte der sechziger Jahre übernahm das Ehepaar die Firma von den Eltern, führte sie bis 1993 als „Curt Rüffer, Inhaber Günter Ranft Gartenbaubetrieb“ erfolgreich fort, widerstand den Kollektivierungsbemühungen in sozialistischer Zeit, blieb stets in privater Hand. Im vielfältigen Angebot der Gärtnerei mit Blumen, Gemüse und Bäumen nahmen die bei den Kunden beliebten Alpenveilchen, die edlen Rosen einen besonderen Rang ein. Nur wenige Mitarbeiter, meist Aushilfskräfte, unterstützten das Paar. Als 1993 die ruhigere Phase des Lebens angesagt war, ein großer Teil der einstigen Flächen der Gärtnerei konnte an den neu etablierten Blumengroßhandel Ritzka verkauft werden, blieben ein paar Frühbeete, die Käte Ranft bis heute, auch nachdem ihr Günter 2009 verstorben war, hegt und pflegt. Hier noch unterwegs sein zu können, ist ihr großes Glück, die Tätigkeit hält sie gesund, so dass die Hoffnung nicht verfehlt ist, wie ihre eigene Mutter auch den 100. Geburtstag erleben zu können, viele Jahre noch mit der Familie genießen zu dürfen. Käte und Günter Ranft hatten sich einst beim Bauernball kennengelernt. Die 1959 geborene Tochter Kornelia, ein Enkelkind prägten das Familienleben. Seit 55 Jahren betätigt sich Käte Ranft in der Gymnastikgruppe des TSV 1862 Hartmannsdorf e. V. Auch im Heimatverein Hartmannsdorf 2010 e. V. ist sie engagiert.