MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ökonom Horst und Freya Raunitschke
Das Auf und Ab des Lebens in zwei Systemen erlebt
99084 Erfurt
Freya und Horst Raunitschke sind seit 1983 verheiratet. Sie lernen sich bei der Arbeit kennen, die Frau ist Ingenieurökonomin für die Milchwirtschaft. Die Eheleute freuen sich stets von neuem, dass sie sich haben und das bei guter Gesundheit. Horst Raunitschke ist ein ruhiger und ausgeglichener Mensch, der sich in seiner Heimatstadt Erfurt sehr wohl fühlt. Betritt man die Wohnung der Raunitschkes, so fällt die Unzahl von Büchern auf, denn er ist eine Leseratte.
Horst Raunitschke wird am 18. Juni 1938 geboren und wohnt seit diesem Zeitpunkt in seinem heutigen Kiez. Der Vater fällt 1944 im Krieg, so dass vor allem die Mutter den Jungen prägt. Sie zieht in einer schweren Zeit vier Kinder groß. Horst Raunitschke wird 1944 eingeschult und beendet seine Schulzeit im Jahr 1956 mit dem Abitur an der „Heinrich-Mann-Oberschule“. Er folgt den Werbungen der „Kasernierten Volkspolizei - KVP“, wird später von der „Nationalen Volksarmee – NVA“ übernommen und muss die Armee nach einem Unfall verlassen. Horst Raunitschke findet Arbeit in einer Sparkasse in Nordhausen, absolviert nebenbei ein Fachschulstudium und später, ebenfalls nach einem oft sehr anstrengenden Arbeitstag, ein Studium an der „Hochschule für Ökonomie – HfÖ“ in Berlin-Karlshorst“. In dieser Zeit wechselt er eher zufällig von der Sparkasse zur Bauernbank. Es ist die Zeit der Kollektivierung der Landwirtschaft Ende der fünfziger Jahre. Horst Raunitschke ist von der Bildung der „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften – LPG“ überzeugt und tritt als Agitator für diese auf. In seiner Arbeit kümmert er sich um die Finanzierung der LPG und der bäuerlichen Betriebe, die ihre Konten bei der Bauernbank unterhalten.
In der Mitte der siebziger Jahre wechselt der Diplomökonom zu einer Molkereivereinigung, die später in den „Milchhof Erfurt“ aufgeht. Hier erledigt er die dieselben Aufgaben wie vorher, wird in den achtziger Jahren Leiter der Allgemeinen Verwaltung und arbeitet nebenbei als Parteisekretär.
Im Wendejahr 1990 wird Horst Raunitschke Ökonomischer Leiter und Liquidator der Molkerei Arnstadt, seine einzige Aufgabe besteht darin, diese abzuwickeln, um dann zum Schluss das Schicksal seiner Kollegen zu teilen. Er ist drei Jahre arbeitslos, hält sich dann als Taxifahrer über Wasser und kann 1999 mit 61 Jahren in Rente gehen. Seine Frau wird 2013 mit 65 Jahren berentet. Horst Raunitschke hat zwei Söhne aus der ersten Ehe in die Beziehung eingebracht, zur Familie gehören jetzt insgesamt vier Enkel und drei Urenkel. Auf seine Familie ist der Pensionär sehr stolz. Sein größter Wunsch ist es, noch einige schöne Jahre bei guter Gesundheit im Kreise seiner Angehörigen verbringen zu können.