MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. em. Dr. sc. phil. Werner Raschke

„Man hört nie auf zu lernen“

Werner Raschke
Kulturwissenschaftler

Am langen Felde 40 a
04179 Leipzig

Der, der dies sagt, muss es wissen, schließlich hat Prof. Werner Raschke nie ein Direktstudium absolviert. Er hat immer nebenbei gearbeitet und die Abschlüsse extern bzw. im Fernstudium gemacht. Geboren wird er 1926 in Königshütte/Oberschlesien, besteht 1944 das Notabitur, beginnt nach dem Krieg als Neulehrer in Hosena, bevor er 1948 als Lehrer für Deutsch, Musik und Englisch an die Oberschule Hoyerswerda wechselt. Hier gründet und leitet er ein Schülerensemble. Nebenbei studiert er am Konservatorium Klavier, Violine, Harmonie und Sologesang. Wenig später macht er extern sein Staatsexamen für Deutsch und Pädagogik in Dresden, um 1956 nach Leipzig zu kommen, wo er als Lektor für Kultur am Pädagogischen Institut Leipzig angestellt und ein Studentenensemle gegründet wird. An dieser Schule erhält er einige Jahre später auch eine Dozentur für Kulturtheorie und Ästhetik. Wie immer extern, promoviert er 1967 zum Thema „Situationen und Probleme der ästhetischen Erziehung an Ganztagsschulen“. Zu diesem Zeitpunkt kann er natürlich nicht ahnen, dass dieses Thema 40 Jahre später eine völlig neue Aktualität erreicht und er wieder gefragt ist. Durch sein Wirken auf dem Gebiet der Kulturtheorie und Ästhetik hat Prof. Dr. Raschke maßgeblichen Anteil an der Einführung dieser Disziplinen als selbstständige Fachbereiche in den Universitäten der DDR und den Pädagogischen Hochschulen. Er wirkt an der Ausarbeitung der Lehrpläne in der DDR für diese neuen Fachrichtungen sehr aktiv und federführend mit. Als offizieller Vertreter nimmt er an zwei Tagungen der UNESCO zum Thema Schulkultur teil und erntet mit seinen Vorträgen europäische Anerkennung. Auch nach der Emeritierung ist er noch aktiv als wissenschaftlicher Autor tätig. In seinem bisherigen Leben hat er über 140 Veröffentlichungen in Buch-, Broschüren- oder wissenschaftlicher Abhandlungsform herausgebracht. Besonders stolz ist er auf „Beiträge zur ganztägigen Bildung und Erziehung“ oder das gemeinsam mit seiner Frau Margit, einer Musikerzieherin, geschriebene Buch „Der Kunst unser Herz“. Prof. Dr. Raschke sagt von sich selbst, dass mit steigendem Alter auch seine Kreativität immer weiter steigt. Er liest nach wie vor sehr viel, ohne dabei sein Lieblingsbuch, Faust I und II, zu vernachlässigen. Nebenbei schreibt er sehr emsig, weil er überzeugt davon ist, dass Talente, für die er sich einsetzt, frühzeitig erkannt, gefördert und gefordert werden müssen, damit sie schon sehr früh in die Lage versetzt werden, schöpferisch tätig zu sein. Da gibt es noch viel zu tun.
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