MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Doris Rathfelder

Faszinierende Lebensabschnitte

Doris Rathfelder

Ingenieur für Maschinenbau
Fachingenieur für Arbeitsgestaltung i. R.
01809 Heidenau

Es wäre von Relevanz, ein Buch über sie zu verfassen. In Kurzform darf aufgezeigt werden, wozu Menschen in der Lage sein können. Eine beeindruckende Frau gibt Einblicke in faszinierende Lebensabschnitte und imponiert durch ihre ausgeprägte Persönlichkeit. Geboren wurde Doris Rathfelder 1937 in Stuttgart. 1938 verstarb die Mutter, der Vater wurde während des 2. Weltkrieges als Soldat dienstverpflichtet. Durch die frühzeitigen Bombenangriffe auf Stuttgart musste sie vor der Schuleinführung auf einem Bauernhof im Kreis Calw untergebracht werden und dort bleiben bis der Vater aus der Gefangenschaft nach Hause kam. Da in seiner neuen Familie für die Tochter kein Platz war, nahmen die Großeltern sie 1949 in Stuttgart auf. Sie beendete die Schule und absolvierte bis 1955 eine Lehre zum Kaufmann. Im Juni gleichen Jahres heiratete sie ihren Werner – gelernter Korbmacher. Ihr Mann erhielt keinen Zuzug nach Stuttgart, doch die Gewerkschaft suchte junge Leute, die den Osten kennen lernen wollten. So führte die Hochzeitsreise nach Dresden. Bei einer Besichtigung des Elbtalwerkes wurden Doris Rathfelder Arbeitsplatz und Wohnraum zugesagt. Schon im Oktober siedelte das Paar Hals über Kopf um. Sie begann in der allgemeinen Verwaltung und beide fühlten sich in kleiner Miniwohnung wie Könige. Tochter Sonnhild wurde geboren. Die Geburt verlief schwierig und Ärzte rieten von weiteren Kindern ab. Das Paar nahm 1958 ein Pflegekind aus dem Heim – die kleine Anneli – bei sich auf und adpotierte sie 1962. Als deren Papiere verspätet auftauchten, stellte sich heraus, dass sie ein Zwillingsmädchen ist. Bekannte nahmen die Zwillingsschwester auf und Doris Rathfelder übernahm die Patenschaft. Die Schwestern sollten enge Kontakte aufbauen. Leider erblindete Anteil in jungen Jahren. Die Familie schien komplett, doch der Wunsch nach eigenen Kindern meldete sich erneut. 1959 wurde Sybill, 1964 Torsten geboren. Alles ging gut und heute sind Rathfelders voller Freude über acht Enkel sowie acht Urenkel. Doch auch beruflich sehnte sich die Dreifach-Mama nach Erfolg. 1963 begann sie ein Abendstudium und beendete dieses 1968 als Ingenieur für Maschinenbau. Eingesetzt im Technologiebereich, avancierte sie am Elbtalwerk zur Gruppenleiterin sowie zur Abteilungsleiterin. Ein weiteres Fernstudium bescherte ihr den Abschluss als Fachingenieur für Arbeitsgestaltung. Nach Privatisierung des Werkes fungierte Doris Rathfelder als Personalleiterin und ging 1997 in Rente. Doch bereits 1993 wurde ein Imbissbetrieb gegründet um für die arbeitslos gewordene Tochter Sibyll einen Arbeitsplatz zu schaffen. 1995 folgte die Eröffnung einer Gaststätte auf Mietbasis, 1997 der Kauf eines Mehrfamilienhauses. In den folgenden Jahren wurden die vorhandenen Wohnungen und das Haus rekonstruiert sowie Ferienwohnungen geschaffen. Die Firma für Hauswirtschaftliche Dienstleistungen besteht seit 1998. Riesigen Dank möchte Doris Rathfelder in diesem Zusammenhang ihrem Werner aussprechen. Er qualifizierte sich zum Maschinenschlosser, übernahm die Kinderbetreuung während der Studienzeiten und unterstützte bei der Bewirtschaftung der Gastronomie-Betriebe. Ohne ihn wäre alles nicht möglich gewesen.
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