MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eva-Maria und Wolfgang Rathenow
Wir sind zufrieden, so wie wir sind
Burgstr. 34
04720 Döbeln
Die Eheleute Eva-Maria und Wolfgang Rathenow sind seit 1974 verheiratet und darauf sehr stolz. Eva-Maria Rathenow überzeugt andere Menschen durch ihre Ehrlichkeit, Ordnungsliebe und Konsequenz, ihr Mann Wolfgang bringt vor allem sein Organisationstalent in die Ehe ein.
Eva-Maria Rathenow wächst mit zwei Geschwistern in Döbeln auf, der Vater ist Bäcker, die Mutter arbeitet bei ihm als Verkäuferin. Nach der Scheidung wechselt er zur Bahn, sie arbeitet bei der Sparkasse. Ursprünglich will die junge Frau Technische Zeichnerin werden, doch die Großmutter ist dagegen, schließlich absolviert sie ab 1969 eine dreijährige Ausbildung als Krankenschwester im Dresdner Diakonissenkrankenhaus. Bis heute betrachtet Frau Rathenow diese Zeit als ihren schönsten Lebensabschnitt, auch wenn sie nur einmal im Monat nach Hause fahren und keinen Männerbesuch empfangen darf. Später arbeitet sie abwechselnd im Döbelner Krankenhaus, wechselt wegen des Schichtdienstes kurzzeitig in den Beruf als Verkäuferin. Dann ist sie als Krankenschwester im Krankenhaus Döbeln, später im ambulanten Bereich und ab 1994 wieder auf der Entbindungsstation im Diakonissenkrankenhaus tätig.
Im Jahr 1975 kommt die Tochter Silke zur Welt, sie arbeitet heute im medizinischen Bereich der Bundeswehr und hat einen Sohn.
Wolfgang Rathenow besucht ab 1950 die Zehnklassenschule, das schönste Fach ist für ihn Geschichte, er interessiert sich vor allem für den Bauernkrieg, die Schlacht im Teutoburger Wald und den Zweiten Weltkrieg. Anschließend erlernt er den Beruf eines Maschinenschlossers. Ursprünglich will er Bibliothekar werden, doch die Mutter hätte die Kosten für das Studium nicht aufbringen können, da der Vater aus dem 2. Weltkreig nicht zurückkehrte. Sie ist Köchin und redet dem Sohn, diesen Beruf aus. „Einen guten Koch gibt es nur im Hotel, du hast dann keinen Feierabend und keine Familie mehr“, beschwört sie ihn.
Im Jahr 1964, ein Jahr nach dem Abschluss der Lehre, entscheidet sich Wolfgang Rathenow für eine Laufbahn als Berufsunteroffizier. Er ist unter anderem Gruppenführer, Zugführer und im B / A-Dienst tätig, wo er seine kaufmännischen Fähigkeiten einsetzen kann. Am 30. April 1989 verlässt er die Armee wegen Differenzen mit einem Vorgesetzten. Der Kaderoffizier vermittelt ihm eine Stelle, doch Wolfgang Rathenow überhört, dass er sich bei einer Frau Altenburg im Rat des Kreises Döbeln melden soll und meldet sich stattdessen in der Stadt Altenburg, wo man aus allen Wolken fällt.
Wenn die Rathenows auf ihr Leben zurückblicken, so sind sie stolz auf die lange Dauer ihrer Ehe und den Erfolg der Tochter. Sie schätzen einander als Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und die sich aufeinander verlassen können. Vor allem die Generation ihrer Eltern haben sie als aufopferungsvolle Menschen kennengelernt, die auch in schweren Zeiten stets für ihre Kinder dagewesen sind. Von ihrem Enkel hoffen sie, dass er einmal mehr weiß, als Oma und Opa.