MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Detlef Rausch

Im Leben stets ein Lernender sein und ständig Neues entdecken

Detlef Rausch

Rentner
Kastanienallee 92

12627 Berlin

Detlef Rausch wächst in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit auf und kann sich noch gut daran erinnern, dass seine Schultüte zur Hälfte lediglich mit Papier gefüllt war. Seinen Vater, einen Tischler, hat er nie kennengelernt, seine Mutter hält die Familie mit den verschiedensten Tätigkeiten über Wasser, der Stiefvater arbeitet als Dreher. Da die Mutter zeitweilig in einer Zuckerfabrik arbeitet, kann der Junge öfter als seine Altersgenossen Süßigkeiten schlemmen. Detlef Rausch schließt die achtjährige Grundschule ab und geht anfangs noch mit Schiefertafel, Griffel und Schwamm zum Unterricht. Schon als Kind trägt er zum Familienbudget bei, indem er bei Bauern Kartoffeln liest und Ähren sammelt. Die Felgen seines ersten Fahrrades bestehen noch aus Holz, die Beleuchtung erfolgt durch eine Karbidlampe. Nach der Schule erlernt Detlef Rausch den Beruf eines Maschinisten und überwacht im Kraftwerk Lübbenau die Turbinen. Er schließt eine zweite Ausbildung zum Betriebsschlosser ab und repariert die Geräte, die er bisher überwacht hat. Nach dem Wehrdienst erwirbt er im Abendstudium den Meisterbrief für Kraftwerkstechnik und arbeitet ab 1969 als Produktionsdispatcher im Kraftwerk Hirschfelde. Weil er über die Arbeitsstelle für seine Familie und sich eine Wohnung in Weißwasser bekommt, wechselt er ins Kraftwerk Boxberg. Neben seiner Tätigkeit absolviert Detlef Rausch ein Fernstudium an der Technischen Universität Dresden, das er 1978 als Diplom-Ingenieur für Kraftwerkstechnik abschließt. Er wird von seinem delegierenden Betrieb weiter mit leitenden Tätigkeiten betraut und ist zum Schluss Schichtleiter, wo er für 35 Mitarbeiter verantwortlich ist. Ab 1980 arbeitet der Ingenieur als Bereichsleiter für die Maschinentechnik im Kraftwerk Klingenberg in Berlin. Hier leitet er 70 bis 80 Mitarbeiter an, die mit Gas und Braunkohle Dampferzeuger und Turbinen betreiben. Er begleitet und leitet den Bau einer Rauchgas-Entschwefelungs-Anlage durch eine englische Firma. Durch den Einsatz von Edelstahl kann sie keinen Rost ansetzen. Die Endprodukte der Anlage gehen wieder in den Export. Detlef Rausch hat das Glück, ab 1990 von der BEWAG übernommen zu werden und ist bis 2002 berufstätig. Er kann sich noch gut an die große Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz erinnern. Die Nachricht vom Fall der Mauer erfährt er am nächsten Morgen durch Kollegen im Betrieb. Noch am selben Tag fährt er mit seiner Frau in den Westteil, vom Begrüßungsgeld kaufen sie Wachpulver und Kaffee, der Rest wird gespart. In den folgenden Jahren beschäftigt sich Detlef Rausch intensiv mit der Computertechnik und bringt sich die nötigen Kenntnisse selbst bei. Seine Post erledigt er seitdem nur noch über E-Mails oder Fax. Er ist bis heute sehr stolz darauf, dass er es trotz seines Grundschulabschlusses beruflich sehr weit gebracht hat. Vor allem aber darauf, mit seiner Frau Ursula seit 1967 glücklich verheiratet zu sein und auf die gemeinsame Tochter Sabine (geb. 1968).
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