MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wilfried und Erika Quosdorf
Eine Reise an die Nordsee steht noch bevor
Fleischer, Gummifacharbeiter
Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzausbildung
01594 Stauchitz OT Plotitz
Auch als Rentner haben sie keine Langeweile. Sie beschäftigen sich im Garten, machen Holz oder engagieren sich ehrenamtlich im Dorfklub, wenn es darum geht, Feste mit zu organisieren. Wilfried Quosdorf, der gelernte Fleischer, und seine Erika (Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzausbildung) aus dem sächsischen Stauchitz, Ortsteil Plotitz, sind seit 1972 glücklich miteinander verheiratet. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, gingen zusammen in eine Schulklasse. Die Eheleute haben eine Tochter und einen Sohn sowie drei Enkelkinder. Sandra, die Älteste, kam 1973 zur Welt und arbeitet heute als Fleischfachverkäuferin bei Edeka. Bruder Lars, geboren 1986, ist Elektroniker, der bei der Bahn in Leipzig tätig ist. Wilfried Quosdorf erblickte 1950 in Plotitz das Licht der Welt. Sein Vater war Fleischer und Obstpächter, die Mutter Verkäuferin. Beizeiten gab es für Wilfried und seine jüngere Schwester viel zu helfen. Im Nachbardorf Ragewitz besuchte er, dessen Großeltern eine Fleischerei besaßen, die Schule bis zur 8. Klasse. Früh weckten Großvater und Vater Wilfrieds Interesse für das Fleischerhandwerk. So lernte er es von 1965-1968 bei Meister Lamm in Riesa. Nach der Armeezeit (1969-1970) konnte Wilfried in der Fleischwaren (Fleiwa) GmbH Riesa anfangen. Der spätere staatliche Betrieb ging 2002 pleite, so dass Wilfried Quosdorf ein Jahr arbeitslos war. Danach arbeitete er zehn Jahre im Döbelner Geflügelunternehmen. Aus gesundheitlichen Gründen schied er mit 63 Jahren aus dem Berufsleben aus. Erika Quosdorf wurde 1951 in Ragewitz geboren. Als Älteste von sechs Geschwistern half sie viel zu Hause mit. Die Eltern verdienten ihr Geld in der Landwirtschaft. 1957-1965 drückte Erika in Ragewitz die Schulbank. Die 9. und 10. Klasse absolvierte sie in Riesa, wo sie parallel noch einen Berufsabschluss im Reifenwerk machte. Sie arbeitete dort anschließend als Gummi-Facharbeiterin, bis 1973 die Tochter zur Welt kam. Später war sie im Ortskindergarten Plotitz für ein paar Stunden angestellt und schulte zur Erzieherin um (1980-1981 in Dresden). Nachdem der Kindergarten geschlossen worden war, ging Erika Quosdorf in die Arbeitslosigkeit. Nach zehn Jahren fand sie 2003 im Behindertenwohnheim Weida eine Anstellung. 2004-2005 setzte sich Erika wieder auf die Schulbank und schloss in Chemnitz ihre heilpädagogische Zusatzqualifikation ab. Bis 2017 arbeitete sie in der Einrichtung für behinderte Erwachsene. Und das mit großer Hingabe. Es war eine Herausforderung und beruflich für sie die schönste Zeit. Auch heute pflegt Erika Quosdorf noch Kontakte. Diese sind ihr und ihrem Mann ebenso wichtig wie die Klassentreffen. Während er viel historische Schriften liest, handarbeitet Erika, besonders im Winter, wenn die Gartenarbeit ruht. Einen Wunsch wollen sie sich noch erfüllen – an die Nordsee reisen.