MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Quietzsch

In der Jugend träumt man, im Alter erinnert man sich.

Günter Quietzsch

Kfz-Schlosser
Kfz-Meister
Hanno-Günther-Str. 7
01683 Nossen OT Leuben

Sieben Kinder hatten der Schweißer Quietzsch und seine in hausnahen Tätigkeiten arbeitende Ehefrau. Ihr Sohn Günter wurde 1934 geboren. Wenn der an seine Kindheit zurückdenkt, fällt ihm zuerst die lebensmittelarme Zeit während des Krieges und der Zeit danach ein und wie man sich damals organisierte um halbwegs klarzukommen. 1941–1949 absolvierte er seine schulische Ausbildung, lernte danach den Kfz-Schlosser-Beruf. „Wer nie sein Brot mit Tränen aß, der kennt kein Generatorgas“ zitiert er einen Spruch aus damaliger Zeit und erinnert daran, dass während Kriegs- und Krisenzeiten wegen dem Treibstoffmangel Fahrzeuge mit einem improvisierten Holzvergaser ausgestattet wurden. „Man hat manchmal gerochen wie ein Räucheraal, wenn man die nachfüllte und es dampfte unheimlich....“ erzählt er von seinen Hilfstätigkeiten vor Lehrbeginn bei dem Fuhrunternehmer Walter. Drei Jahre währte die Lehre im Motorreparaturwerk Lommatzsch. Zentralisierungen führten ihn in das Autoreparaturwerk Lommatzsch und sein Wille zur Weiterbildung für drei Jahre auf die Meisterschule nach Dresden (Abendstudium). Als Werkstattleiter und Lehrausbilder eingesetzt, arbeitete er so bis zur Wende. Sein Schwiegervater freute das handwerkliche Geschick besonders. Als privater Taxiunternehmer hatte er somit eine sehr gute Fahrzeugwartung und –reparatur an der Hand. Nach der Wende von VW übernommen, wurde viel im jetzigen Autohaus verbessert, verändert, umgebaut aber auch die Belegschaft reduziert. Weiterbildungen standen auf der Tagesordnung, doch Günter Quietzsch fand sich gut in die neuen Gegebenheiten. Er behielt seine Stelle und alles lief gut. Der Neuwagenverkauf florierte, Lohnerhöhungen erfreuten. Kurz vor dem Erreichen des Renteneintritts wurde Günter Quietzsch gekündigt, dasdie Geschäfte nicht mehr so gut liefen. Arbeit fand er nicht mehr. Vorruhestand und Ruhestand folgten. Seit im Jahr 2014 seine Frau Ingeborg (Industriekauffrau) verstorben ist, lebt er alleine. Seine Tochter wohnt im gleichen Haus, so ist er nicht ganz so einsam. Trotzdem ist es noch immer schwer den Verlust seiner Frau zu verkraften. Schon in der Lehrzeit hat er sie kennengelernt, fast sein ganzes Leben mit ihr verbracht. Da ist das Alleinsein schon eine große Herausforderung und Anpassung an die neue Lebenssituation nötig. „Nicht nachlassen“ ist sein Credo und er stellt sich immer neue Aufgaben, beschäftigt sich insbesondere durch Arbeit im Garten. „Rastlos vorwärts musst du streben, keinen Raum der Schwäche geben“ gibt er (leicht verändert) Worte Friedrich Schillers wieder, die er stets beherzigt hat. Mit dem Auto und seiner Tochter in die nahe Umgebung zu fahren sind Höhepunkte an den Wochenenden. Meißen und die Elbweindörfer sind beliebte Ziele. Mit Blick in die Natur ein gutes Essen genießen, sich unterhalten und Zeit miteinander zu verbringen sind „Kraftstoff für die Seele“ des Kfz-Mechanikers. „Viel kann nicht mehr passieren in dem Alter, es ist alles erreicht was man wollte...“ sagt Günter Quietzsch abschließend. Nur den Traum ein eigenes Haus zu bauen konnte er sich nicht erfüllen. Bauland war da, gehörte der Familie. Doch qualifiziert zum Meister gehörte er nicht mehr der Arbeiterklasse an und erhielt deshalb keinen Kredit in der DDR. So war das damals....
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