MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anni und Helmut Rabe

Eisern zusammengehalten

Anni und Helmut Rabe

Schneiderin, Elektroschweißerin
Schmied, Elektroschweißer
Riesaer Str. 13
01594 Stauchitz

Im sächsischen Landkreis Meißen spielt das Leben des Ehepaars, das seit nunmehr 66 Jahren den gemeinsamen Weg geht, 2015 die Eiserne Hochzeit feiern konnte. Für Frau Anni, geborene Grützner, ist es auch die Heimat seit der Geburt 1929. Ihr Mann Helmut dagegen stammt ursprünglich aus Schlesien, auf der Flucht vor der heranrückenden Front kam er mit der Familie ins Sachsenland. Frau Anni wuchs im Kreis von vier Geschwistern in Wuhnitz auf. Bescheidene Verhältnisse prägten die Kindheit. Der Krieg nahm ihr den Vater. Ab 1935 besuchte sie die Schule in Wuhnitz, nach dem Umzug nach Staucha die dortige Schule bis 1943. Dann folgten Pflichtjahr und eine Tätigkeit als Küchenhilfe im Döbelner Krankenhaus. Als der Krieg zu Ende war, half sie im Sommer beim Bauern auf dem Feld, begann im August 1945 eine Schneiderlehre. Nach deren Abschluss arbeitete sie vor allem zu Hause. Bei der Vorbereitung auf einen Auftritt zum 1. Mai 1948 mit der Tanzgruppe lernte sie Helmut Rabe kennen. 1950 wurde geheiratet, 1952 Sohn Günter, 1958 Sohn Hans-Jochen geboren. Sie nähte weiter, trug so stets zum Familieneinkommen bei. Dann fing sie bei der Produktionsgenossenschaft des Handwerks PGH Stahlbau an, putzte erst Schweißnähte, konnte sich aber per Frauenqualifikation in fünfmonatigem Lehrgang zur Elektroschweißerin weiterentwickeln. Als ihre Haut die Arbeit nicht mehr vertrug, sie wegen dieser Berufskrankheit wechseln musste, begann sie in der Verwaltung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) von Riesa, arbeitete dann anderthalb Jahre in der Verwaltung einer Baufirma und die letzten vierzehn Jahre bis zum Renteneintritt 1989 als Disponentin für Absatz in der Obstkelterei Stauchitz. Helmut Rabe, Jahrgang 1930, war vierzehn Jahre alt, als es von Schlesien vertrieben wurde. Durch die Kriegsereignisse mussten alle fliehen. Ihn verschlug es nach Sachsen. In der Schmiede von Staucha erhielt er seine Berufsausbildung, danach waren acht Jahre Schichtarbeit im Stahlwerk Riesa angesagt. Als die Belastungen durch Wechselschichten und weitem Arbeitsweg zu viel wurden, kehrte er zu seinem Lehrmeister zurück, dessen Werkstatt bald in der PGH Stahlbau aufging. Auch er qualifizierte sich zum Elektroschweißer und konnte bis zum Vorruhestand 1992 abwechslungsreiche, von Fleiß und handwerklichem Können geprägte Berufsjahre erleben. Vier Enkelkinder erweiterten die Familie.
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