MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun Radke

„Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll“ Johann Wolfgang von Goethe

Gudrun Radke
Studienrätin

Erich-Weinert-Str. 4
06886 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 03491 / 612451

Gudrun Radke, 1940 in Leipzig geboren, hat ihren Berufswunsch realisiert, wurde Lehrerin. Nach Abschluss der 10. Klasse (1947–1957) studierte sie am Institut für Lehrerbildung und wurde als junge Lehrerin von der Absolventenlenkung 1960 nach Mecklenburg Vorpommern vermittelt. Sieben Jahre lehrte sie im Kreis Lübs Mathematik, Deutsch und Musik. 1967 folgte sie ihrem Mann nach Wittenberg, weil dieser sich hier mit einer eigenen Autowerkstatt selbstständig machen konnte. An der Polytechnischen Oberschule August Bebel fand sie neue Herausforderung, erlebte hier die Wende und die Veränderungen in der gesamten Schullandschaft. Für sie eine neue Chance, denn in Lutherstadt Wittenberg wurden alle Schulleiterstellen neu besetzt. Mit Lebenslauf, Zielstellung und dem Zuspruch vieler Kollegen nahm sie an der Stellenausschreibung teil, konnte 1991 die Diesterweg-Schule als Rektorin übernehmen und dieser bis zu ihrer Rente 2005 vorstehen. Da sie zuvor an der August-Bebel-Schule bereits als stellvertretende Direktorin tätig war, verfügte sie über umfangreiche, praktische Erfahrungen in dieser Leitungsfunktion. Sie hatte zudem von ihrem Direktor Erich Bastille (†) viel gelernt, erzählt sie. Er habe viel geleistet und nie etwas von den Kollegen gefordert, was er nicht auch sich selbst abverlangte. Er war streng, aber menschlich und gradlinig – so wie sie selbst „ihre Schule“ dann auch führte. Anders, als ihr Kollege in Lüneburg, bei dem sie zweimal acht Tage hospitierte. Ihr Fazit damals zu ihm: „So wie sie will ich nie sein!“ Machtdemonstration, mangelnde Menschlichkeit und das Voranstehen eigener vor Schülerinteressen hatte sie erlebt, als man ihr weismachen wollte, in der DDR nicht gut genug ausgebildet worden zu sein. „Ich hätte nie gedacht, dass wir so schnell die Sitten von Westdeutschland übernehmen...“, sinniert sie heute und erklärt dabei auch den Grund, warum sie ihre jahrzehntelange Arbeit in der LDPD und Folgepartei FDP aufgegeben hat und aus der Partei ausgetreten ist. Es geht nicht mehr um gemeinsame Zielverwirklichung, es findet nur noch Postengerangel statt. Dafür gibt sie sich nicht her. Ebenso wenig wie ihr zweiter Mann Peter (geheiratet 1977, Ing.-Pädagoge), der nach der Wende in der Kommunalpolitik aktiv war und ihr aus gleichem Grund den Rücken kehrte. Aufrichtigkeit schätzt sie auch an anderen Menschen und ist stolz, sie bei ihren Kindern Kerstin (Schulleiterin) und Axel (Tauchclubinhaber Fuerteventura) und vier Enkeln zu erleben. Sonntags ist skypen in Familie angesagt, damit alle sich sehen und voneinander hören können. Eine Enkelin ist dabei sogar aus Australien zugeschaltet, wo sie mit den zwei Urenkeln lebt. Gudrun Radke liebt es, Musik zu hören und zu machen. Sie singt seit vielen Jahren im Chor Reinsdorf und freut sich über die dabei entstehenden Kontakte. Lange gesund zu bleibe ist ihr Wunsch, um noch viel Zeit mit der Familie und Freunden verbringen zu können.
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