MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Marion Rager
Dokumentaristin
Diplom-Historikerin
Kommandelweg 40 12683 Berlin Fon: 030 / 54800181
Im thüringischen Mühlhausen wurde Marion Rager 1952 geboren. Ihre Eltern engagierten sich als Genossen sehr in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED). So war es für Marion Rager selbstverständlich sich in den Pionier- und FDJ-Gruppenleitungen gesellschaftlich einzubringen. Nebenbei ließ sie ihre Stimme im Chor der Polytechnischen Oberschule erklingen. Auf der Erweiterten Oberschule (EOS) war Marion Rager die gesamten vier Jahre Mitglied im Russischzirkel. „Ich wollte Lehrerin werden oder irgendetwas mit Russisch machen“, begründet sie. Noch vor ihren Abitur-Prüfungen wurde die 18-Jährige Kandidatin der SED. Nach dem EOS-Abschluss schrieb sich Marion Rager 1970 als eine der ersten Studierenden an der Humboldt-Universität Berlin in den neuen Studiengang Information, Dokumentation, mit dem Spezialfach Geschichte ein. Als Dipl.-Historikerin und Fachinformatorin wurde sie 1975 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Parteihochschule „Karl Marx“. Dort sichtete und wertete Marion Rager Literatur zu Theorie und Praxis des Parteiaufbaus und -lebens aller Bruderparteien der sozialistischen Länder aus. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen von ihrer hervorragenden Arbeit. Als die Parteihochschule im Sommer 1990 schloss und sie 1991 entlassen wurde fühlte sich Marion Rager entwurzelt. Ein neues Aufgabengebiet fand sie beim Luisenstädtischen Bildungsverein. In ihm wird die Ost-West-Stadtgeschichte dieses Kiezes aufgearbeitet. Dort war sie im Archiv und der Bibliothek bis 1993 tätig. Dann wechselte die Dipl.-Historikerin an das Unabhängige Institut für Friedens- und Konfliktforschung. In der Informationsabteilung war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin federführend an der digitalen Aufarbeitung der Materialien zur Wendezeit verantwortlich. All diese Zeitdokumente lagern jetzt im Bundesarchiv. Ehrenamtlich engagierte sich Marion Rager dann im Verein für angewandte Konfliktforschung. Zwei Jahre arbeitete sie an dem Projekt „Interviews mit antifaschistischen Widerstandskämpfern in Berlin“ mit. Diese Arbeiten wurden für ein Lexikon über Berliner Widerstandskämpfer zwischen 1933 und 1945 verwendet. Als Projektleiterin durchforstete Marion Rager auch die Materialen der letzten DDR-Volkskammer. Auch diese Dokumente gingen ins Bundesarchiv. Schließlich redigierte Marion Rager für den Schulbuch-Verlag die Texte nach der neuen Rechtschreibung. Seit 2010 pflegt die Dipl.-Historikerin vorrangig ihre Mutter. Nebenbei engagiert sie sich ehrenamtlich in der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde. Mit ihrem Mann Michael zog sie zwei Kinder groß. Ein Enkelkind komplettiert die Familie, die zu Marion Ragers Lebensmittelpunkt wurde und auf die sie sehr stolz ist.