MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reinald und Ruth Pöschel
Erfolge des Lebens
Leiter Allgemeine Verwaltung für Kader und Bildung
06712 Würchwitz
Er ist Hobbymaurer, baute sein Haus unentwegt aus, um und an und zauberte aus altem Ziegenstall ein reizendes Wohnzimmer. Viel Zeit wurde im Obst- und Gemüsegarten verbracht, eine Leidenschaft, die heute von der Beschäftigung mit Fachzeitschriften abgelöst wurde.
Geboren am 25.02.1931 in Rehmsdorf, zog Reinald Pöschel mit seiner Mutter 1933 in das Haus des Vaters nach Würchwitz. Beim Besuch der Volksschule teilten sich damals noch drei Klassen ein Zimmer.
1948 endete seine dreijährige Lehre zum Industriekaufmann, und erster Einsatz führte als Magazinverwalter zur Sowjetischen Aktiengesellschaft. Nach zwei Jahren wurde das Unternehmen zum Hauptsitz nach Profen umgelagert. Für Herrn Pöschel bedeutete dies, mit dem Fahrrad einen täglichen Arbeitsweg von 20 km bewältigen zu müssen.
So wechselte er als Lohnbuchhalter an die Brikettfabrik Zipsendorf. Dort musste er durch Kopfrechnen und anhand von Additionsmaschinen zweimal monatlich für 200 Angestellte Abschlags- und Restzahlungen berechnen. Später erklomm er die Karriereleiter in die Abteilungen Kostenrechnung, Finanzplanung und Wirtschaftskontrolle.
1965 wurde auch dieser Betrieb verlagert, was wiederum einen sehr weiten Arbeitsweg zur Folge gehabt hätte, dem sich Herr Pöschel nicht stellen wollte. Die Chefs wiederum waren von ihm derart angetan, dass sie ihn in Folge der Umstrukturierung der Braunkohleindustrie in den neu eingerichteten Zweigbetrieb des (...) in (...) als Leiter der Allgemeinen Verwaltung und später als Leiter der Ökonomie umsetzten. Von dort aus avancierte er zum Leiter für Kader und Bildung. Auch für Lehrlingsausbildung zuständig, musste er persönlich in Schulen gehen, um Lehrlinge zu finden, die im Endeffekt mehr Geld verdienten als er.
Die Situation nicht verstehend, wechselte der Hobbyhandwerker als Maschinist im Schichtsystem nach Altenburg, später als Kesselwärter ans Kraftwerk Mumsdorf und machte 1992 nach vielen Erfolgen des Lebens vom Altersübergang Gebrauch – eine nie bereute Entscheidung.
Ehrenamtlich in der Volkssolidarität, im Kleintierzüchter- und Briefmarkenverein sowie in der Gemeindevertretung aktiv, hat seine harmonische Familie jedoch immer Priorität.
Ehefrau Ruth und Tochter Karin sind von Beruf ebenfalls Industriekaufmann. Enkel Michael machte seine Großeltern zu Urgroßeltern. Der einjährige Fratz ist Opas ganzer Stolz und kann genau wie er auf erste Lorbeeren stolz sein – auf die erfolgreiche Teilnahme am Babyschwimmkurs.