MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Babett Pötzsch

„Glück ist Talent für das Schicksal.“ (Novalis)

Babett Pötzsch

Inhaberin
Schneider- und Dekoservice
Dr.-Külz-Ring 12
04838 Eilenburg
Fon: 03423 / 609885

Babett Pötzsch wurde 1974 als Tochter von Zivilbeschäftigten (Kraftfahrer und Verpflegungsdienst) der NVA (später Bundeswehr) geboren. Ihr Abschluss der 10. Klasse und die Aufnahme der Lehre fielen genau in die Zeit der politischen Wende in der DDR. Ihren Berufswunsch konnte sie sich trotzdem erfüllen, lernte drei Jahre und wurde Damenschneiderein (Abschluss 1993). Schon als Kind hatte sie fasziniert zugeschaut wenn ihre Oma nähte, doch selbst durfte sie die Maschinen nicht bedienen. Ersatzteile waren in der DDR schwer zu beschaffen und die Oma fürchtete Babett könnte etwas kaputt machen was nicht gleich wieder zu beschaffen wäre. Als sie 11 Jahre alt war verstarb ihre Oma und nun war ihre Zeit gekommen: Sie begann an Omas Nähmaschine zu nähen. Nach der Lehre wechselte sie zu einem Raumausstatter, blieb drei Jahre dort tätig. „Danach habe ich mich selbstständig gemacht. Ich habe schon mit 14 gesagt, ich mache mich mal selbstständig. Das war für mich schon immer klar. Von zuhause aus bin ich schon sehr zur Selbstständigkeit erzogen worden und da war das nur folgerichtig....“ erzählt sie heute von ihrem schnellen Entschluss für den Weg in die eigene Verantwortung. Nach dem Besuch eines Existenzgründerseminars bei der GPV management in Delitzsch eröffnete sie also ihr eigenes Geschäft und ging mit jungen 23 Jahren 1997 in die Selbstständigkeit. Der „Schneider- und Dekoservice“ führt seither fachgerechte Textiländerungen, Änderungen und Reparaturen von Lederbekleidung, Stickarbeiten und kleine Polsterarbeiten durch. Hier wird aus angebotenen Materialien individuelles Raumdesign gefertigt und mit Sonnenschutzanlagen, Möbel.- und Markisenstoffen versorgt. Jana Pöger, mit der Babett Pötzsch einst zusammen die Lehre und den Existenzgründer-Lehrgang absolvierte, steht ihr dabei seit 2013 zur Seite. Das 20-jährige Geschäftsjubiläum konnten die Frauen 2017 gemeinsam feiern. Die erfolgreichen Geschäftsjahre haben indessen dazu geführt, dass Babett Pötzsch auf teure Werbung verzichten kann. Ihre Qualitätsarbeit spricht sich von einem zum andern weiter. Nicht umsonst sind die Nähkurse, die sie in der Volkshochschule Eilenburg und Torgau seit 13 Jahren gibt stets ausgebucht und sind sogar Wartelisten für Teilnehmer nötig geworden. Ob Tochter Josephin (geb. 2007) einmal in ihre Fußstapfen treten wird kann man noch nicht absehen. Momentan ist es eher umgekehrt: Mutti Babett pflegt mit der Tochter gemeinsam deren Hobbys. So kam sie auch über diese, die bei der Jugendfeuerwehr ist, selbst zur Freiwilligen Feuerwehr. Den Ausgleich zum Beruf bieten das Haus, Garten und Grundstück. Babett Pötzsch beschreibt Arbeit einerseits als ihr Leben, wünscht sich andererseits aber auch einen Lotto-Gewinn mit dem sie dem ständigen Leistungsdruck entfliehen und mehr Zeit für ihre Tochter und sich selbst zu Verfügung haben könnte. „Ich bin wohl ein sehr widersprüchlicher Mensch“ merkt sie dazu an und als sie von ihren Vorbildern und Unterstützern in allen Lebenslagen spricht, wird es verständlich: Ihre Eltern Irmgard und Manfred waren stets für sie da. Seit sie ihren Vater im Jahr 2016 verloren hat weiß sie wie begrenzt das Leben sein kann und, dass Zeit das wertvollste Gut ist.
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