MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Marlies Pötzsch

Trennen ist wie ein wenig sterben

Marlies Pötzsch

Foto: Ehemann Otto
Busfahrt mit der Schifferverein 1847 e. V. nach Bremen
Ziegelstr. 51
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 82895

Marlies Pötzsch, geb. 1948, blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das nicht immer gradlinig verlief, stets Herausforderungen mit sich brachte und doch viele schöne Momente als Erinnerung hiterlassen hat. Noch während der Schulzeit lernte sie ihren späteren Mann kennen, ordnete nach dem Abschluss der 10. Klasse der Liebe und dem Zusammensein einstige beruflich Ziele unter. Statt Krankenschwesterausbildung und Abschluss der Laborantinnenausbildung folgte sie ihrem Mann, der in der Binnenschifffahrt tätig war auf den Schleppkahn und privat spontan mit 19 Jahren (1967) in den Hafen der Ehe. 1968 vervollständigte Sohn Andreas (Bauingenieur), 1972 Sohn Christian (Kfz-Elektriker) die Familie. In der Schifferstadt Roßlau geboren, den Sohn der Schifferfamilie Pötzsch geheiratet, der von Kindesbeinen an mit der Binnenschifffahrt auf der Elbe aufgewachsen war und die Familientradition fortsetzen sollte, gab es gar keine Frage: Das sollte gemeinsame Zukunft werden, wenn auch vorerst angestellt im Familienbetrieb Pötzsch. Ehemann Otto verdiente als Schiffsführer 1,85 Mark, sie selbst als Angestellte 1,39 Mark pro Stunde – nicht viel für eine junge Familie und die zu tragende Eigenverantwortung. Ehemann Otto veröffentlichte später seine Erlebnisse, Erfahrungen und historischen Recherchen in dem Buch „Mit dem Lauf der Elbe durch Anhalt“. Marlies Pötzsch nahm die neue Herausforderung gut an, leistete schwere körperliche Arbeit und wurde Bootsmann (Zuerkennung Schifferschule Schönebeck). Täglich 16 Stunden, Sonnabend und Sonntag arbeiten, be- und entladen, nie freie Zeit, nur zu zweit auf sich selbst gestellt und die Kinder mit an Bord – keine einfache Zeit. „Die Kinder mussten hören, die Großeltern halfen“, erzählt Marlies Pötzsch heute davon. Mit der Wende wurden die Aufträge rar, Aufwand und Nutzen standen nicht mehr im Einklang, das Schiff musste verkauft werden. Noch heute kommen Marlies Pötzsch die Tränen, denkt sie an dieses einschneidende, traurige Ereignis. Ehemann Otto blieb dem Wasser treu, arbeitete als Lotse. 2013 holte er das letzte Schiff, im Jahr 2014 ist er verstorben. Gewohnheitsgemäß hat Marlies Pötzsch noch einige Zeit täglich die Wasserstände gemessen, jetzt tut sie das nicht mehr, lebt mit den Erinnerungen und mit dem Ärger darüber, dass der Wasserweg als umweltfreundlicher Transportweg heute so schmählich vernachlässigt wird. Mit dem Schifffahrtsberuf sozusagen mit 19 Jahren durch die Eheschließung mit Mann Otto verheiratet, erzählt sie von den Unterschieden die es in ihrem Leben zu dem anderer Familien gab: „Mein Mann brauchte nur einen Schlosser- und einen Schlafanzug“, beschreibt sie ihr gemeinsames arbeitsreiches Leben, in dem sie selbst jederzeit Hand anlegte, immer für andere da war. Diese Hilfsbereitschaft teilte sie mit ihrem Mann. 49 gemeinsame Jahre, Jahrzehnte zusammen aktiv im Schifferverein, täglich in der Arbeit vereint, zwei Kinder gemeinschaftlich auf eine guten Weg gebracht......Marlies Pötzsch vermisst ihren Mann sehr, fühlt sich ein wenig einsam seit seinem Ableben. Gesundheitlich bedingt in der Bewegung eingeschränkt, ist heute das Telefonieren ihre vorwiegende Möglichkeit des sozialen Kontaktes. Und da die Familie in der Region sehr bekannt und beliebt ist wird diese Kontaktquelle auch nicht versiegen.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz