MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Pörschmann

Wenn die Hufe trappelten, war er am Werk

Werner Pörschmann

Meister des Schmiedehandwerks
Waldring 4
04668 Grimma
Fon: 03437 / 917879

Geboren 1934 in Leipnitz (bei Grimma), wuchs Werner Pörschmann als Ältester von vier Geschwistern auf. Hier auf dem Dorf gehörte eine bisschen Nebenerwerbslandwirtschaft zu den familiären Pflichten, an denen sich die Kinder früh zu beteiligen lernten. Bei seinem Vater, dem Schmied von Leipnitz, absolvierte er nach acht Schuljahren (1940–48) seine Lehre. Bei Meister Kloss in der Lehrschmiede von Leipzig erhielt er umfangreiches Zusatzwissen, qualifizierte sich dort für den Hufbeschlag. Zehn Jahre konnte er als orthopädischer Hufschmied an der Tierklinik im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) große Erfahrung mit den Pferden sammeln, die sich auszahlten, als er später Rennpferde und Preispferde für Ausstellungen zu betreuen hatte. In der Schkortitzer Schmiede des Schwiegervaters musste er aushelfen, bis er sie 1962 übernahm. Siebenundzwanzig Jahre als selbständiger Schmiedemeister folgten. Der „goldene“ Meisterbrief würdigte inzwischen seine beruflichen Zeiten. In den Jahren des Umbruchs in der Landwirtschaft mit der Kollektivierung brachen wichtige Aufträge der Bauern weg. In die Genossenschaft wollte sich Werner Pörschmann nicht fügen. So arbeitete er erst für umliegende Industriebetriebe, bis er vom Chef der Leipziger Pferderennbahn angesprochen wurde, dann in Leipzig und auf der Hallenser Rennbahn mit Hufeisen und Nägeln im Einsatz war, für die Landwirtschaftsausstellung AGRA in Markkleeberg gewonnen wurde, mit Preisen bedacht. Arbeiten für die Stuhlfabrik in Geringswalde und die Braunkohlenindustrie im Leipziger Südraum sicherten zudem das Einkommen. 1989 ging er, gesundheitlich angeschlagen, in den Ruhestand, half in den Folgejahren jedoch immer noch, wenn es galt, ein Pferd zu beschlagen. In den weniger arbeitsreichen Wintermonaten genoss er zudem (Fleischer wäre er ursprünglich auch gern geworden) bei Hausschlachtungen in der Umgebung besten Ruf. Seine Frau Ursula starb nach langen Ehejahren Anfang 2016. Aus der Schkortitzer Nachbarschaft kannte er seit über fünfzig Jahren Frau Gisela Haferkorn, die ihm nun als Gefährtin zur Seite steht. Sohn Andreas (Jahrgang 1958) sorgte für die Freude an drei Enkelkindern. Auch mit seinen selbstgezüchteten Hühnern war Werner Pörschmann auf Ausstellungen präsent. Sie bereichern auch heute noch sein Leben, ebenso wie die beiden Schafe und das Pony.
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