MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Käte Pöhlmann

Kants und Käte Pöhlmanns Ethik: „Ich kann, weil ich will, was ich muss!“

Käte Pöhlmann

Pensionärin
Am Hochhaus 70
04552 Borna
Fon: 03433 / 201638

Mit Fleiß, Kraft, Energie und unerschöpflichem Willen, die Herausforderungen des Alltags zu meistern und ihnen positive Seiten abzugewinnen, gestaltete sie ihr Leben – ein Leben, gepflastert mit Stolpersteinen, von denen sie sich ihren Humor jedoch niemals nehmen ließ. Käte Pöhlmann wurde am 18.07.1941 in Borna als Nesthäkchen von sieben Geschwistern geboren. Nach ihrer Geburt erkrankte die Mutter. Die kleine Käte wurde bei Verwandten hin und her geschoben. Das soziale Umfeld war schlecht und von Liebe umfangen zu sein, kannte sie nicht. Gern wäre sie Konditorin geworden. Während einer begonnen Lehre ausgenutzt und gedemütigt, beendete sie die Ausbildung nicht und begann 1959 am Braunkohlenwerk Borna als Mädchen für alles. Später als Anlagenfahrerin und Entstaubungswärterin eingesetzt, bedeutete jeder Tag bei Eiseskälte oder brütender Hitze Schwerstarbeit und schon als junge Frau erspürte sie Kants Ethik: „Ich kann, weil ich will, was ich muss!“ Nach wendebedingter Betriebsschließung wurde Käte Pöhlmann in einen anderen Braunkohlebereich versetzt, doch das Betriebsklima verschlechterte sich drastisch. Ein Auslaufmodell war das Unternehmen ohnedies schon. Von Kollegen schikaniert, litt ihr Mann darüber hinaus unter diversen Schwersterkrankungen. Sie pflegte ihn aufopferungsvoll, doch die Mehrfachbelastung raubte Käte Pöhlmann die Kräfte. Auf ärztliches Anraten beendete sie ihr hartes Arbeitsleben und nahm bis zum Erreichen der Rente ab 1992 ihre Bergbaurente in Anspruch. Privat lernte sie ihren ersten Mann 1960 kennen, heiratete ihn und schenkte Sohn Uwe das Leben. Leider gestaltete ihr Mann diese Ehe, die später geschieden wurde, zum Fiasko. Neben ihrem geliebten Uwe, der das Leben endlich reich machte, sollte doch noch das Glück bei ihr Einzug halten. Ihren zweiten Mann Rolf heiratete sie 1965 und ihre Kinder Jürgen und Beate wurden geboren. Heute ist Käte Pöhlmann stolz, schwierigste Situationen überstanden zu haben. Darüber hinaus war sie immer für ihre Kinder, ihren Mann, ihre Schwiegereltern sowie für alle da, die sie brauchten. Und plötzlich sind auch Menschen für sie da. Ihre außerhalb lebenden Kinder besuchen sie so oft wie möglich und besonders nach dem Tod ihres Mannes 2008 gilt außerordentliches Dank ihrer Freundin Gerlinde Kuhnert, die die oft vorbei schaut und immer ein offenes Ohr hat. Dass auch die eigene Gesundheit in der Zwischenzeit leidet, macht sie sehr traurig, vor allem deshalb, weil sie aus tiefstem Herzensbedürfnis ihre Kinder, Enkel und Urenkel noch lange unterstützen möchte. Doch plagt sie morgens das Zipperlein, sagt sie sich immer wieder: „Ich kann, ich will und ich muss!“
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