MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred und Ilse Pöpel
Auf der Milchstraße
Agraringenieur
Meisterin der Rinderzucht
An der kleinen Striegis 75
09669 Frankenberg OT Langenstriegis
Zwischen Zschopau und Großer Striegis in Mittelsachsen spielt beider Leben, die Landwirtschaft der Eltern prägte die Jugend von Ilse Schiffel und Manfred Pöpel, da hieß es schon als Kind mit anzupacken, aber dafür blieb man in Kriegs- und Nachkriegszeiten von Hunger verschont.
In Langenstriegis kam Manfred Pöpel 1940 zur Welt. Er besuchte die Schule bis zur 8. Klasse, lernte dann den bäuerlichen Beruf beim Vater und 1954/55 auf der Landwirtschaftsschule in Frankenberg. Von der Arbeit auf dem väterlichen Hof, auf dem Feld, im Stall entfernte ihn nur 1962/63 die Armeepflichtdienstzeit, absolviert am Standort Marienberg. Dann wurde er Mitglied der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Er qualifizierte sich zum Rinderzuchtmeister und konnte ein Studium an der Fachschule als Agraringenieur beenden. Am Aufbau und am erfolgreichen Betrieb der 1979 vollendeten großen Milchviehanlage (bis zu 2.000 Rinder) im Nachbarort Cunnersdorf war er entscheidend beteiligt. Bis zum Ruhestand blieb er in der Anlage, die inzwischen von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf e. G. betrieben wird.
Seit 1966 ist Frau Ilse an seiner Seite, einst beim Dorftanz kennengelernt. Sie wurde 1945 im unweit gelegenen Eulendorf geboren, besuchte die Schule in Bockendorf bis zur 8. Klasse, die Schule in Hainichen bis zur 10. Klasse und anschließend die Landwirtschaftsschule von Hainichen. Sie arbeitete auf dem elterlichen Hof, bis die Heirat ihre Wege nach Langenstriegis lenkte. Nun war sie in der LPG erst auf dem Feld zugange, wurde dann ebenfalls in der Milchviehanlage gebraucht, legte ihre Meisterprüfung als Rinderzüchterin ab. Eine ihrer besonderen Begabungen war das Handmelken von Kühen, bei den DDR-Meisterschaften in dieser Disziplin gewann sie 1982 sogar den Titel.
Ilse und Manfred Pöpel engagierten sich auch in der Gemeinde, er übernahm vom Vater die Mitgliedschaft im Kirchenvorstand, sie wurde Mitglied des Gemeinderates, kümmerte sich um den Dorfklub, vertrat die Interessen der LPG-Mitarbeiter in der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB).
Seit dem Ruhestand gilt es, sich um Blumenpracht und Schafzucht zu sorgen und vor allem um die vier Enkelkinder und ein Urenkel, die die beiden Töchter und der Sohn in die Familie gebracht haben.