MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf Pöhlitz
Ungeschönte Zahlen
Dezernent für Finanzen und Schulverwaltung
Diplom-Ökonom für Finanzen
Staatlich geprüfter Wirtschaftsprüfer
06667 Weißenfels
Mit zwei älteren Geschwistern wuchs Rolf Pöhlitz, 1931 in Weißenfels geboren, in der Stadt an der Saale auf. Er besuchte die Schule bis zur 8. Klasse. Da für seinen Berufswunsch als Feinmechaniker in jenen Jahren keine Chance bestand, nahm er eine dreijährige Lehre zum kaufmännischen Angestellten auf (1945/48). Im Büro der privaten Schuhfabrik Ernst Pretzsch kam er sich sehr eingeschlossen vor, doch gewöhnte er sich an die Arbeit hinterm Schreibtisch, sie sollte sein Leben prägen. 1950 heiratete er seine Frau Gisela, die er auf Arbeit kennengelernt hatte. Doch die 99 (DDR-)Mark, die er anfangs verdiente, reichten nicht für den gemeinsamen Unterhalt. 1951 fand er in der ebenfalls noch privaten, auf Kinderschuhe spezialisierten Fabrik von Paul Zobel als Lohnbuchhalter einen besser dotierten Job. Als der Chef 1955 in die Bundesrepublik wechselte, wurde der Betrieb aufgelöst. Die Mitarbeiter standen nur ganz kurze Zeit auf der Straße, Rolf Pöhlitz wurde für die Aktion „Industriearbeiter aufs Land“ geworben und für zwei Jahre als Hauptbuchhalter des volkseigenen Kreisbetriebes für Mast von Schlachtvieh verpflichtet, blieb aber dann acht Jahre. In dieser Zeit absolvierte er das Fachschulfernstudium Finanzen. 1963 wechselte er in die Abteilung Landwirtschaft der Staatlichen Finanzrevision, Bezirksdirektion Halle. Er wurde zuständig für die Prüfung der staatlichen gelenkten Betriebe in diesem Bereich, später in die Abteilung Industrie versetzt. Er wurde zum Gruppenleiter ernannt und konnte an der Martin-Luther-Universität Halle ein Hochschulfernstudium als Diplom-Ökonom, an der Humboldt-Universität Berlin die Ausbildung zum Staatlich anerkannten Wirtschaftsprüfer abschließen. Als sich mit dem Ende der DDR die Strukturen änderten, nahm er die Chance wahr, als Dezernent für Finanzen und Schulwesen auf Kreisebene zu wirken. Als die Kreise Weißenfels und Hohenmölsen 1994 zusammengeschlossen wurden, verzichtete er auf Weiterbeschäftigung und konnte sich in den Vorruhestand verabschieden.
Als Mitglied der National-Demokratischen Partei (NDPD) umging er die Werbung für die Sozialistische Einheitspartei (SED), wurde für die NDPD zu DDR-Zeiten als Abgeordneter in den Kreistag, später den Bezirkstag delegiert.
Seine Frau Gisela verstarb bereits 2006, zwei Kinder (Sohn und Tochter) wurden dem Paar geschenkt. In Haus und Hof hat Rolf Pöhlitz immer noch keinen Ruhestand.