MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eberhard und Ruth Probst
Immer gern zur Arbeit gegangen
Diplomingenieur, Technischer Leiter
Chemiewerkerin, Verkäuferin
An der Zschopau 11
09648 Kriebethal
Fon: 034327 / 92056
Steht man im Berufsleben, verbringt man die meiste Zeit auf der Arbeit. Eberhard und Ruth Probst aus dem sächsischen Kriebethal sind immer gern arbeiten gegangen. Inzwischen sind sie, die sich beim Tanzen einst kennenlernten, längst Rentner. Das Fest der goldenen und sogar diamantenen Hochzeit haben sie bereits gefeiert. Nun wollen Eberhard und Ruth Probst noch die „Eiserne“ gemeinsam erleben. Das Ehepaar, das seit 1956 glücklich miteinander verheiratet ist, hat zwei Kinder, drei Enkel und drei Urenkel. Sohn Jürgen wurde 1963 geboren und ist Schlosser. Tochter Kerstin, Jahrgang 1966, arbeitet als Verkäuferin für Fleischwaren. Eberhard Probst erblickte 1935 in Kriebethal das Licht der Welt. Sein Vater war Absatzleiter in der Papierfabrik, die Mutter Hausfrau. Mit einem fünf Jahre jüngeren Bruder, der heute in Leipzig lebt, wuchs Eberhard auf. Er ging von 1941-1949 in seinem Heimatort zur Schule, lernte anschließend Schmied bei Meister Böhme in Krumbach. Nach zwei Jahren lernte er aus, machte die Meisterprüfung und studierte ab 1965 in Roßwein, wo er als Ingenieur abschloss. Von 1968-1989 arbeitete Eberhard Probst im Colditzer Porzellanwerk, zunächst als Hauptmechaniker, dann als stellvertretender technischer Direktor. Zuvor war er 16 Jahre lang in der Schmiede beschäftigt. Mindestens 30mal hat er die Mongolei bereist, es bestehen heute noch Kontakte, erklärt er stolz. Zur Wende musste Eberhard Probst eine Menge Leute entlassen, bis er selbst dran war. Mit Mitte 50 trat er in den Ruhestand und spricht von Glück, denn zusammen mit seiner Frau konnte er noch viel reisen, zum Beispiel per Flugzeug nach Kuba. Ruth Probst, geboren 1934 in Ulbersdorf (Schlesien) als Ruth Lorek, war elf Jahre alt, als sie als Kind von Landwirten mit Pferd und Wagen, Eltern und Geschwistern die Heimat verlassen musste. 1947 folgte dann die endgültige Vertreibung der Familie nach Sachsen. In Littdorf bei Döbeln hatte der Großvater ein Gut erworben. Nach der Schule, die sie in Sachsen fortsetzen konnte, lernte Ruth Chemiewerkerin in der VVB Lactacida in Niederstriegis. Auf ein Inserat bewarb sie sich als Verkäuferin für Lebensmittel beim Konsum in Roßwein, lernte noch einen Beruf und blieb 40 Jahre dabei. Heute schauen Eberhard und Ruth Probst auf ein langes und erfülltes Leben zurück. Sie vertrauen einander und sind stets zuverlässig gewesen. Sie wollen noch lange gesund bleiben, so weit es geht. Denn er hat bereits eine Operation am Herzen hinter sich gebracht und außerdem einen Schlaganfall erlitten. Die Enkel und Urenkel sind ihr ganzes Familienglück, das die Eheleute aus Sachsen nicht missen möchten.