MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Herbert Priemer
Sportlich durchs Leben
Bergbautechnologe
Strocken 24
04720 Großweitzschen
Fon: 034362 / 35180
Noch jetzt ist Herbert Priemer dankbar, in seinem Leben viel Sport betrieben zu haben, das sichert ihm bis heute Kraft und Beweglichkeit. In Gersdorf bei Leisnig (seinem Geburtsort) begann er mit dem Fußballspielen, entwickelte sich zum Torwart, agierte einige Zeit auch in der 2. Mannschaft des BC Hartha (damals BSG Fortschritt Hartha) und freute sich an der Erfolgen der 1. Mannschaft, die es aus dem kleinen Industrieort bis in die 2. DDR-Liga geschafft hatte. Später hütete Herbert Priemer noch in Mügeln das Tor. Dann engagierte er sich im Tischtennis, besuchte dazu einen Trainerlehrgang und führte seine Sornziger Schützlinge bis zu Kreis- und Bezirksmeisterschaftsehren. Als einziges Kind seiner Eltern war er 1935 zur Welt gekommen, die für ihn anfangs trotz harter Zeiten eine behütete Kindheit bereit hielt, was sich änderte, als der Vater im Krieg blieb und die Mutter 1945 militärischen Scharmützeln zum Opfer fiel. Der Zehnjährige wuchs nun als Vollwaise bei seinen Großeltern auf. Die bescheidenen Verhältnisse brachten es mit sich, dass er schon als Heranwachsender kleine Tätigkeiten in der Landwirtschaft übernahm, beim Verziehen der Rüben, beim Einsammeln von Kartoffelkäfern, beim Hüten der Kühe. In Gersdorf besuchte er von 1942 bis 1950 die Schule, schloss mit der 8. Klasse ab. Dann erlernte er, seinem Vater folgend, den Beruf eines Tischlers bei der Firma Schwenzer & Co. in Hartha. Nach dreijähriger Lehre blieb er nur kurz im Beruf, denn die von Sägemehl getränkte Luft bekam seinen Atemwegen nicht. Deshalb wechselte er 1953 zum Textilwerk Hartha, war dort in der Wäscherei tätig. 1959 begann er im Kaolinwerk Kemmlitz, der Abbau und die Aufbereitung der Porzellanerde bestimmte von da an sein ganzes weiteres Berufsleben. Er fing als Hilfsarbeiter an, konnte den Abschluss der 10. Klasse nachholen und sich auf der Abendschule als Bergbautechnologe qualifizieren, war fortan verantwortlich für Mischung und Qualität. In fortgeschrittenen Berufsjahren erwarb er noch den Meisterabschluss und wirkte als solcher bis zum Eintritt in den Vorruhestand 1992. Beim Heimatfest in Geringswalde hatte er seine Frau Ingrid kennengelernt, die ihn bis zum frühen Tod im Jahr 2013 durchs Leben begleitete. Durch sie kam er in die kleine Ortschaft Strocken (seit 1993 Ortsteil von Großweitzschen), wo die Schwiegereltern ein kleines Anwesen hatten. Die Töchter Silvia (1959 geboren) und Katja (1972) folgten der Mutter und arbeiten wie diese als Verkäuferin. Drei Enkelkinder erweiterten den Familienkreis. Schöne Reisen, ein langjähriger Freundeskreis, die Arbeit im Garten und die Sportsendungen im Fernsehen garantieren Herbert Priemer, dass es ihm auch im Ruhestand nicht langweilig wird.