MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz und Jutta Puffaldt

Früh gefreit – nie bereut

Heinz und Jutta Puffaldt

Berufsschullehrer
Arbeiterin
Hospitalstr. 47
09661 Hainichen

Nun liegt die Feier der „Eisernen Hochzeit“ bereits hinter ihnen. Jutta Puffaldt (geborene Hartewig) war 1952 gerade erst 17 Jahre alt und brauchte noch eine besondere Genehmigung der Eltern. In Merzdorf war sie 1935 zur Welt gekommen. Sie wuchs als Einzelkind auf, besuchte die Schule von 1941 bis 1949 im nahen Frankenberg. Dann ging es schon hinaus ins Arbeitsleben. In der Verbandstofffabrik begann sie als jugendliche Arbeiterin. Später blieb sie über Jahre zu Hause, kümmerte sich um die Familie, zu der seit 1954 der Sohn Steffen gehörte. Erst 1962, die Familie war inzwischen nach Hainichen gezogen, fing sie in der dortigen Firma Kermes (ebenfalls Verbandstoffe) an. Hier blieb sie, bis der Betrieb (zwischenzeitlich verstaatlicht) 1990 die Belegschaft reduzieren musste. Doch der Ruhestand mit Altersübergangsregelung war ihr gerade recht, zumal ihr Mann Heinz schon seit etlichen Jahren wegen Berufsunfähigkeit berentet war, sechs Enkel und erste Urenkel ihre Aufmerksamkeit beanspruchten. Heinz Puffaldt (Jahrgang 1931) stammt aus Rosenberg in Westpreußen. Als im Februar 1945 die Front nahe kam, ging es mit dem Zug für die Mutter und ihre sieben Kinder (Heinz war der Älteste, das Jüngste war erst wenige Wochen alt) nach Mecklenburg. Hier wurden sie in Rukieten (bei Güstrow) wieder sesshaft. Statt Schule hieß es für den gerade vierzehnjährigen Heinz Geld verdienen. Als Gelegenheitsarbeiter verdingte er sich beim Bauern, im Forst, in der Schmiede und beim Bahnbau. 1949 bewarb er sich in Rostock bei der Volkspolizei. 1951 durfte er sich nach dem Abschluss an deren Offiziersschule Kommissar nennen. Sein Einsatz erfolgte danach im sächsischen Frankenberg. Er wurde Ausbildungsleiter, wirkte als Mitarbeiter in der Versorgungsabteilung, war dann in der Nachwuchsgewinnung von Kasernierter Volkspolizei (KVP) und daraus entstandener Nationaler Volksarmee der DDR (NVA) tätig. Im Rang eines Hauptmanns schied er 1960 aus dem Dienst, begann als Schweißer beim VEB Barkas-Werke Hainichen. Doch bald schon wurde er als Sportlehrer an der Betriebsberufsschule des Werkes eingesetzt, konnte durch ein Fernstudium pädagogische Qualifikationen nachholen. Als die Schule 1969 verlegt wurde, wechselte er an die Eduard-Feldner-Schule in Hainichen, gab hier bis 1975 Sport- und Werkunterricht. Als ziviler Angestellter kehrte er danach in den Dienst der Armee zurück, wurde Erzieher in der Freiberger Vorbereitungseinrichtung für Offiziersanwärter. Doch 1980 galt er plötzlich wegen seiner Geschwister in der Bundesrepublik als nicht mehr tragbar. Da wirkte er erst kurze Zeit als Erzieher im Jugendwerkhof Bräunsdorf, dann bis zu seiner schweren zum Renteneintritt führenden Erkrankung 1984 in gleicher Funktion im Lehrlingswohnheim der LPG „Franz Hübsch“ Hainichen.
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