MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prüfer
In den Stürmen des Lebens einen sicheren Hafen finden
Verkäuferin
08496 Neumark
Monika Prüfer wird am 22. Juli 1951 in Hildburghausen geboren. Der Vater ist Volkspolizist, die Mutter arbeitet zunächst als Verkäuferin, später als Fabrikarbeiterin. Nach der zehnten Klasse tritt Monika Prüfer in die Fußstapfen der Mutter und erlernt ebenfalls den Beruf einer Verkäuferin. „Das war allerdings nie mein Wunschberuf“, betont sie heute ausdrücklich. Nach der Lehre wechselt sie in das Büro eines Betriebes in Werdau, der Ersatzteile für LKW vertreibt, wo sie zunächst im Verkauf, dann im Einkauf tätig ist. Da ihre beiden Kinder nicht krippenfähig sind, muss Monika Prüfer ihre Arbeit aufgeben. Sie nimmt eine Arbeit in einem Kindergarten auf, um in der Nähe ihres dritten Kindes zu sein. Als die Familie ein Haus bauen will, scheitert dies nicht nur an bürokratischen Hürden, sondern auch an der Weigerung des Grundstückbesitzers, einem Volkspolizisten sein Land zu überlassen. Im Jahr 1987 bekommen sie eine Neubauwohnung mit Balkon und ziehen 2000 in das Elternhaus vom Ehemann in Reuth.
Trotz aller Schwierigkeiten haben die Kinder ihren Platz im Leben gefunden. Der 1973 geborene Sohn Mario ist Berufssoldat, die 1975 geborene Tochter Sandra ist Krankenschwester und arbeitet heute in einer Apotheke. Und schließlich ist da noch Nadine, die jüngste im Bunde. Sie kommt 1979 zur Welt und kümmert sich heute als Altenpflegerin aufopferungsvoll um schwer demenzkranke Menschen.
In den letzten Jahren vor der Wende geht Monika Prüfer in ihren alten Betrieb zurück und wechselt später in den Textilgroßhandel. Hier nutzt sie vor allem die Gelegenheit, bei Sonderverkäufen für Betriebsangehörige gute Kleidung für die Kinder zu erstehen. Während der Wendezeit arbeitet Monika Prüfer als Zivilangestellte bei einer Kfz-Zulassungsstelle der Polizei. Es ist die Zeit, in der die Menschen massenhaft gebrauchte Westfahrzeuge kaufen, so dass sich die Arbeitszeit oft sehr lange hinzieht und Monika Prüfer abends oft völlig erschöpft ist. Als einzige Frau arbeitet sie mit den Männern der Dienststelle sehr gut zusammen. Als ihr der neu gewählte Landrat im Jahr 1990 die Leitung der Dienststelle anbietet, sträuben sich die ehemaligen Kollegen in Uniform gegen diese Entscheidung.
Monika Prüfer findet nicht die Kraft, dagegen anzukämpfen. Sie wird arbeitslos und fällt erst einmal in ein sehr tiefes Loch. Sie erkrankt, hat Probleme mit dem Zucker und mit ihrem Rücken. Ein Rentenantrag wird vorerst abgelehnt, doch seit 2017 kann Monika Prüfer ihren Ruhestand genießen. Sie verbringt ihre Zeit damit, Biografien zu lesen, sich um ihre sieben Enkelkinder oder um ihren zweieinhalb Jahre alten Hund zu kümmern. Monika Prüfer ist ein Fan des FC Bayern-München. Für die restlichen Jahre wünscht sie sich vor allem eine gute Gesundheit für sich und ihre Lieben.